IATA: Profitabilität verbessert sich

Europa bleibt allerdings in den roten Zahlen. Schwächeres Jahr 2011 erwartet.

Foto: Martin Metzenbauer

Die International Air Transport Association (IATA) hat ihre Finanzprognose für das laufende Jahr nach oben korrigiert. Sie erwartet nun einen Gewinn von 8,9 Milliarden US-Dollar für Fluggesellschaften weltweit - im Juni 2010 waren nur 2,5 Milliarden US-Dollar Gewinn prognostiziert worden. Für das Jahr 2011 erwartet der Branchenverband allerdings wiederum einen Rückgang auf 5,3 Milliarden US-Dollar.

IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani: "Die wirtschaftliche Erholung der Branche verläuft stärker und schneller als erwartet. Mit dem prognostizierten Gewinn von 8,9 Milliarden US-Dollar beginnen wir die Verluste von fast 50 Milliarden US-Dollar aus dem vergangenen Jahrzehnt wieder wettzumachen. Aber es gibt Zweifel, wie lange dieser zyklische Aufschwung andauert. Selbst wenn die Erholung nachhaltig sein sollte, sind unsere Gewinnspannen so hauchdünn, dass eine Verbesserung des Profits um das Dreieinhalbfache nur zu einer Marge von 1,6 Prozent führt. Das ist unter der Gewinnspanne von 2,5 Prozent aus den Spitzenzeiten von 2007 und weit unterhalb der Grenze, die es uns erlauben würde, unsere Kapitalkosten zu decken."

Die Anhebung der Prognose für 2010 geht auf eine Reihe unterschiedlicher Faktoren zurück. Umsatzseitig sorgen eine stärkere Nachfrage und ein strengeres Kapazitätsmanagement für bessere Erträge und höhere Umsätze. Gleichzeitig bleiben die Kosten vergleichsweise stabil.

Zwar haben sich die Aussichten in allen Regionen mit Ausnahme Afrikas gegenüber der vergangenen Prognose verbessert, dennoch bleiben große Unterschiede. Fluggesellschaften in Europa erwarten einen Verlust von "nur" noch 1,3 Milliarden US-Dollar, nach der Prognose von 2,8 Milliarden US-Dollar im Juni dieses Jahres. Diese Entwicklung hängt stark mit der Verkehrsentwicklung nach Europa zusammen. Die schwache europäische Währung hatte Exporte stimuliert und zu einer Verbesserung des Frachtgeschäfts geführt. Die anhaltende wirtschaftliche Schwäche Europas sowie ein zögerliches Vertrauen der Konsumenten in die Wirtschaft sorgen allgemein für eine weiterhin schwache Passagiernachfrage ab Europa.

Fluggesellschaften in Nordamerika rechnen nun mit einem Gewinn von 3,5 Milliarden US-Dollar (Juni: 1,9 Milliarden US-Dollar), Airlines im asiatisch-pazifischen Raum von 5,2 Milliarden US-Dollar (Juni: 2,2 Milliarden US-Dollar), in Lateinamerika von einer Milliarde US-Dollar (Juni: 0,9 Milliarden US-Dollar) sowie im Nahen und Mittleren Osten von 400 Millionen US-Dollar (Juni: 100 Millionen US-Dollar).

Für das Jahr 2011 erwartet die IATA weltweit ein schwächeres Wachstum, da sich die Nachholeffekte nach Ende der Wirtschaftskrise abschwächen. Die Konsumausgaben können diese Flaute vermutlich nicht ausgleichen, da die Arbeitslosigkeit hoch bleibt und das Verbrauchervertrauen in Europa und Nordamerika zurückgeht.

Bisignani: "In diesem Jahr haben wir den Höhepunkt des aktuellen Wirtschaftszyklus erreicht. Nun geht den Regierungen das Geld für Konjunkturprogramme aus. Die Arbeitslosigkeit bleibt hoch und das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung schwächelt. Wir erwarten einen Rückgang des Wirtschaftswachstums von 3,2 Prozent in 2010 auf 2,6 Prozent in 2011. Deshalb sind die Aussichten für das kommende Jahr trüber. Außerdem werden die Gewinne bei einer Marge von nur 0,9 Prozent auf 5,3 Milliarden US-Dollar fallen."

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