IATA fordert Corona-Pause für Slot-Regeln

80%-Vorschrift soll bis Oktober ausgesetzt werden

A380 von Lufthansa: Kapazitäten aus dem Markt genommen. (Foto: www.AirTeamImages.com)

Der Airline-Verband IATA appelliert an die nationalen Luftsicherheitsbehörden, die Regeln für die Vergabe von Start- und Landezeitfenstern vorübergehend außer Kraft zu setzen – wegen des Corona-Virus. Im Fokus steht vor allem das sogenannte "Grandfathering": Nutzt eine Airline einen zugewiesenen Slot in einer Flugplanzeit zu mindestens 80 Prozent, bekommt sie die Zeitnische für die nächste Periode erneut zugesprochen – kommt sie auf weniger als 80 Prozent, muss sie sich wie andere interessierte Airlines erneut um den Slot bewerben. In der Branche ist daher auch von der "Use it or lose it"-Vorschrift die Rede.

Die IATA verweist darauf, dass die Aufsichtsbehörden diese Vorschrift in Ausnahmefällen lockern könnten – dies sollten sie nun tun. "Die Anwendung der 80%-Regel in der kommenden Saison ist unangemessen", heißt es. Die Airlines müssten ihre Flugpläne flexibel an die Nachfrageentwicklung anpassen können. Airlines for Europe (A4E) unterstützt den IATA-Vorstoß.

Airlines an "vorderster Front"
"Untersuchungen der IATA haben gezeigt, dass der Verkehr auf wichtigen asiatischen Strecken zusammengebrochen ist und dass sich dies im gesamten Luftverkehrsnetz weltweit auswirkt, selbst zwischen Ländern ohne größere Covid-19-Ausbrüche", so IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac. Die Welt stehe vor einer großen Herausforderung, die Ausbreitung des Erregers zu verhindern und gleichzeitig die globale Wirtschaft nicht zu lähmen. "Die Fluggesellschaften stehen bei dieser Herausforderung an vorderster Front, und es ist wichtig, dass sie weiter wirtschaftlich und ökologisch operieren können."

Airlines weltweit kämpfen mit der gesunkenen Nachfrage nach Flügen in besonders vom Corona-Virus betroffene Regionen und streichen ihre Flugpläne zusammen – darunter die Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns, von British Airways sowie Ryanair und Lauda. Die IATA prognostizierte bereits einen Umsatzrückgang von 30 Milliarden Dollar in den kommenden Monaten.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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