IATA-AGM: Sechs Dollar Gewinn pro Passagier

Wenn die Wirtschaft schwächelt, spürt das die Luftfahrtindustrie als erstes. Der Gewinn in der Luftfahrt wird heuer geringer ausfallen. Michael Csoklich aus Seoul von der Jahrestagung des Weltluftfahrtverbands IATA.

Boeing 737-300 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Theoretisch sind die Voraussetzungen für eine gut laufende Wirtschaft bestens. Der weltweite Handel würde gut laufen, der Tourismus boomt. Das alles sind die Grundlagen dafür, dass es in der Luftfahrt gut läuft. In der Praxis sieht das allerdings anders aus.

Der Indikator dafür, dass es ein Loch zwischen Theorie und Praxis gibt, ist das Cargo-Geschäft der Fluglinien. Das Frachtgeschäft ist Ende vergangenen Jahres deutlich zurückgegangen und wird heuer stagnieren, sagt Brian Pierce, der Chefökonom des Weltluftfahrtverbands IATA. Als Hauptgrund nennt Pierce den von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelskrieg. Mit China, Mexiko und Europa. Das schwächt den Welthandel deutlich. Ein weiterer Grund sind die steigenden Ölpreise, die die Kosten der Fluglinien deutlich erhöhen. 

All das schlagt auch auf das Passagierwachstum durch. Dieses wird sich heuer verlangsamen. Das stärkste Wachstum wird es heuer in Asien geben, den stärksten Rückgang im Mittleren Osten. Die IATA geht davon aus, dass die Wirtschaftsprobleme die Luftfahrtindustrie nicht in eine tiefe Krise mitreissen werden.

Die Erlöse aus dem Ticketverkauf werden mit den steigenden Kosten nicht Schritt halten. Arbeit, Infrastruktur, Gebühren, Sprit - alle Kosten steigen deutlich. Das drückt die Gewinnspannen. Sechs Dollar pro Passagier bleiben als Gewinn übrig, so die IATA. Wohlgemerkt: hier ist von einem weltweiten Durchschnitt die Rede. Insgesamt werden die Fluglinien weltweit im Durchschnitt auch heuer Gewinne machen, so IATA-Chef Alexandre de Juniac. Das zehnte Jahr in Folge übrigens. Die Gewinne werden aber mit rund 28 Milliarden Dollar geringer ausfallen als noch im Dezember 2018 erwartet. Da ging man noch von 35 Milliarden Dollar aus.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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