IAG will Air Europa schlucken

Zum Preis von einer Milliarde Euro.

Boeing 767-300 (Foto: Andy Graf).

Die International Airlines Group beabsichtigt die spanische Fluggesellschaft Air Europa zum Preis von einer Milliarde Euro zu übernehmen. Mit der bisherigen Eigentümerin, Globalia, habe man sich laut Mitteilung bereits verbindlich auf den Kauf geeinigt. Die kartellrechtlichen Prüfungen stehen allerdings noch aus.

Verläuft alles nach Plan soll der Deal im zweiten Halbjahr 2020 abgeschlossen werden. Air Europa soll dann der IAG-Tochter Iberia angegliedert werden und in weiterer Folge soll die IAG durch den Zukauf „wieder zur führenden Airline im Verkehr zwischen Lateinamerika und Europa werden“. Ob die Marke Air Europa aufgegeben oder fortgeführt wird, teilte der Konzern allerdings noch nicht mit.

„Durch die Übernahme von Air Europa wird die IAG um eine neue wettbewerbsfähige, kostengünstige Fluggesellschaft erweitert, wodurch Madrid als führendes europäisches Drehkreuz gefestigt und die Führungsposition der IAG im Südatlantik ausgebaut und damit ein zusätzlicher finanzieller Nutzen für unsere Aktionäre geschaffen wird. Die IAG kann eine starke Erfolgsbilanz bei Akquisitionen vorweisen, zuletzt mit der Akquisition von Aer Lingus im Jahr 2015, und wir sind überzeugt, dass Air Europa eine starke strategische Passform für die Gruppe darstellt“, so IAG-Chef Willie Walsh.

„Für Globalia bedeutet die Eingliederung von Air Europa in die IAG eine Stärkung der Gegenwart und Zukunft des Unternehmens, die den Weg von Air Europa in den letzten Jahren fortsetzen wird. Wir sind davon überzeugt, dass die Eingliederung von Air Europa in eine Gruppe wie die IAG, die in all den Jahren ihre Unterstützung für die Entwicklung von Fluggesellschaften innerhalb der Gruppe und des Madrider Hubs unter Beweis gestellt hat, ein Erfolg sein wird“, erklärt Globalia-CEO Javier Hidalgo.

„Dies ist von strategischer Bedeutung für das Drehkreuz in Madrid, das in den letzten Jahren hinter anderen europäischen Drehkreuzen zurückgeblieben ist. Nach dieser Vereinbarung wird Madrid in der Lage sein, sich mit anderen europäischen Drehkreuzen zu gleichen Bedingungen zu messen, und zwar mit einer besseren Position auf den Strecken von Europa nach Lateinamerika und der Möglichkeit, ein Tor zwischen Asien und Lateinamerika zu werden“, so Luis Gallego, CEO der Iberia.

 

 

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

    Special Visitors

    Zimex Aviation / HB-ALN
    Vueling Airlines / EC-NAJ
    Lufthansa / D-AIHZ
    Rossiya Airlines / VQ-BAS
    Air China / B-2035
    Etihad Airways / A6-BLV
    TUI Airlines Belgium / OO-JAF

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    René Steuer

    Carlo Sporkmann