Hochkarätige Gäste beim Luftfahrtsymposium

Am 2. September fand bereits zum vierzehnten Mal das jährliche Luftfahrt Symposium des österreichischen Luftfahrtverbandes statt. Mario Rehulka (Präsident) konnte auch heuer wieder eine hochrangige Gästerunde in den Räumlichkeiten der RZB in Wien-Mitte begrüßen. Sichtlich stolz begrüßte er die "Creme de la Creme" der österreichischen Luftfahrtbranche zu seiner Veranstaltung.

Auch Carsten Spohr reiste nach Wien (Foto: Martin Dichler).

Bereits in seiner Grußadresse kritisierte der Vizepräsident der Industriellenvereinigung Otmar Petschnig, die schleppenden politischen Reformen beim Thema der österreichischen Luftfahrt und die unnötige Belastung durch die Ticketsteuer. Der frühere Flughafenvorstand und heutige Obmann der Berufsgruppe Luftfahrt in der WKO Mag. Christian Domany, bestätigte in seinen Grußworten an die geschätzten 200 Besucher der Veranstaltung, die wichtige Bedeutung der zivilen Luftfahrt für unserem Land. "Ein neuer Langstreckenflug ab dem Flughafen Wien, schaffe bis zu 300 neue Arbeitsplätze in der Region", so Domany. 

Mario Rehulka bestätigte diese Angaben in seinen Grußworten: "50 Prozent aller Touristen die nach Wien kommen, reisen mit dem Flugzeug an, bei den Kongressbesuchern liegt diese Zahl sogar bei 76 Prozent aller Gäste". Er richtete daher einen Appell an die österreichische Politik, die Rahmenbedingungen für diesen wichtigen Wirtschaftszweig in unserem Land zu verbessern und fairere Wettbewerbsregeln für die Branche einzurichten. Die so oft kritisierte Politik war durch Bundesminister Alois Stöger und Sektionsleiterin Ursula Zechner vertreten, die ebenfalls ein Bekenntnis zur Unterstützung der Anliegen der Wirtschaft abgaben. Dabei wurde erstmals auch laut über die Abschaffung der Flugabgabe in Österreich nachgedacht.

In einer anschließenden Präsentation gab der bedeutendste Gast des Symposiums, Lufthansa Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr, den geladenen Gästen einen Einblick über die "Neuen Strukturen in Europas Luftfahrt". 

Rückblickend sei für die Lufthansa Gruppe das Jahr 2015 durch das Germanwings-Unglück, das schwierigste Jahr der Firmengeschichte gewesen. "Dieses Ereignis hat uns geprägt", so Carsten Spohr. Und weiter: "Die Lufthansa Gruppe befördert pro Tag bis zu 300.000 Passagiere und das Thema der Sicherheit habe immer höchste Priorität im Unternehmen". Zusätzlich forderte er wieder mehr Engagement von der Politik. Gerade beim Thema des ungleichen Wettbewerbes mit den arabischen Mitbewerbern, würde sich Carsten Spohr mehr Initiative auf EU Ebene wünschen. Der Rückzug aus diesen Märkten, zuletzt hat bekanntlich auch Austrian Airlines ihre Flüge nach Dubai eingestellt, sei ein Ergebnis dieses unfairen Wettbewerbes. Zusätzliche Mehrkosten durch die österreichische Flugabgabe, belasten die Fluglinien nach seinen Aussagen mit jährlich knapp 100 Millionen Euro. Und direkt an Alois Stöger gerichtet, appellierte der Vorstandsdirektor der Lufthansa auf eine Abschaffung der unnötigen Steuer. Carsten Spohr: "Österreich könne beim Thema eine wichtige Vorreiterrolle gegenüber den großen deutschen Nachbarn einnehmen".

Als Antwort auf den immer stärker werdenden Druck der Low-Cost-Airlines, habe man sich dazu entschlossen in den Preiskampf durch die Gründung der Eurowings einzusteigen. Dabei spiele Österreich mit seiner niedrigen Lohnkostenstruktur inzwischen eine wichtige Rolle. Beim österreichischen Ableger der Billigtochter werden zwei A-320 Flugzeuge registriert und man werde genau beobachten, wie sich der Markt entwickle. Insgesamt soll die Lufthansa Billigtochter Eurowings bis zu 100 Flugzeuge erhalten. Wo und wie viele Flugzeuge eingesetzt werden ist bislang noch nicht bekannt, doch auch der Hub in Wien könnte bei einer entsprechenden guten Entwicklung ausgebaut werden.  Carsten Spohr bestätigte neuerlich das Lufthansa Engagement bei der Tochter Austrian Airlines: "Der Flughafen Wien sei generell ein wichtiger Hub in der LH Gruppe und das soll  durch die Stärkung der Tochter Austrian Airlines weiterhin auch so bleiben" . Schließlich erwarte man sich einen weiteren Anstieg der Gewinne, ähnlich wie bei der sehr erfolgreichen Lufthansa-Tochter Swiss.

Ein Club Talk  zum Thema: " Wie schaut´s aus? Überblick Luftfahrtstrategien in Österreich"  wurde im Anschluss von einer hochrangigen Gesprächsrunde, darunter Julian Jäger (VIE), Thomas Suritsch (CEO Niki) und Andreas Otto (CCO, Austrian Airlines) abgehalten.  So erwarten sich die Gesprächspartner zukünftig einen noch stärkeren Konkurrenzkampf durch den wachsenden Low Cost Verkehr und den Fluglinien aus dem arabischen Ländern. Zusätzlich werde in Europa der "Punkt zu Punkt" Verkehr weiter zunehmen und die Bedeutung der klassischen Hubs abnehmen. 

Einen Einblick über die neuesten technischen Entwicklungen der Branche gaben zum Abschluss der Veranstaltung die Vertreter der Hersteller. Julien Mahnes, Airlines Marketing Director Airbus und Randy J. Tinseth, Vice President Marketing Europa von Boeing präsentierten ihre aktuellsten Prognosen zu den Entwicklungen in Europa, sowie einen Einblick über ihre neuesten Produkte. Paul Finkenstein, Vice President Marketing vom Flugmotorenhersteller Pratt& Whitney präsentierte die neueste Turbinentechnik. 

Dem früheren Austrian-Airlines-Vorstand Mario Rehulka ist es auch heuer wieder mit seinen Luftfahrtsymposium gelungen, die wichtigste Veranstaltung ihrer Art in Österreich auszurichten zu der nur gratuliert werden kann.

Autor: Martin Dichler
Martin Dichler war bis 2019 Vorsitzender der Flughafenfreunde Wien und schreibt seit Jahren als freier Journalist für diverse Luftfahrt- und Reisemedien.

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