"Handelsblatt": Lufthansa zahlt Schadenersatz an die Bahn

Wohl mehr als 50 Millionen Euro.

A320 (Foto: www.airteamimages.com).

Für die Beteiligung am sogenannten Frachtkartell vergleicht sich Lufthansa offenbar mit den Geschädigten. Nach Informationen des "Handelsblatts" zahlt sie mehr als 50 Millionen Euro Schadenersatz an die Bahn.

Der für Recht und Personal zuständige Bahn-Vorstand Martin Seiler sagte der Zeitung: "Nach intensiven Verhandlungen haben wir mit der Lufthansa eine gute Lösung für beide Seiten gefunden." Lufthansa wollte die Informationen und den Fall auf Nachfrage nicht kommentieren.

Lufthansa war EU-Kronzeugin

Der Fall gilt als der größte eines Kartells in der deutschen Unternehmensgeschichte: Insgesamt zehn Airlines haben sich nach Erkenntnissen der EU-Kommission zwischen 1999 und 2006 Vorteile durch unzulässige Absprachen über Kerosin- und Sicherheitszuschläge verschafft. Die Brüsseler Kartellbehörde verordnete den Fracht-Airlines ein Bußgeld von fast 800 Millionen Euro.

Lufthansa ereilte dabei keine Strafe, weil sich der Konzern als Kronzeuge zur Verfügung stellte. Allerdings klagten parallel zum EU-Verfahren die Deutsche Bahn zusammen mit sieben weiteren Geschädigten des Kartells auf Schadenersatz in Höhe von zwei Milliarden Euro zuzüglich noch einmal gut 900 Millionen Euro Zinsen.

Vor rund eineinhalb Jahren einigten sich die Geschädigten mit Air France/KLM auf 60 Millionen Euro Schadenersatz. Forderungen gegen beispielsweise Cargolux und British Airways sind nach wie vor offen, so das "Handelsblatt".

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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