Gutachter nimmt Niki in Kaffee-Haftung

Verschüttetes Heißgetränk beschäftigt den Europäischen Gerichtshof.

Foto: Niki Luftfahrt GmbH.

Zwar existiert die Air-Berlin-Tochter Niki in ihrer jetzigen Form nicht mehr, doch steht sie immer noch im Mittelpunkt eines kuriosen Rechtsstreits. Beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) ist aktuell ein Fall anhängig, indem die Frage geklärt werden muss, ob die Airline haftet, wenn Flugbegleiter unbeabsichtigt einem Passagier heißen Kaffee über die Hose gießen. 

Nach Einschätzung eines EuGH-Gutachters haben Fluggäste bei Verbrennung Anspruch auf Schadenersatz – von der Airline. Zu diesem Schluss kam Generalanwalt Henerik Saugmandsgaard Øe, der vom EuGH als Gutachter eingesetzt worden war. 

Im Niki-Fall hatte eine Reisende aus Österreich Schadenersatz erwirken wollen, weil ihr während des Flugs Mallorca-Wien Kaffee auf dem Klapptisch vor ihr umkippte und sich über ihr ergoß. Die Gründe für den kleinen Unfall konnte die Passagierin vor Gericht nicht darlegen – ob der Becher wegen Turbulenzen umkippte oder weil sie selbst gegen den Haltetisch rempelte, ist offenbar nebensächlich für den Gutachter. Die Verteidigung brachte im Prozess bislang hervor, dass die Airline nicht haftbar gemacht werden könne, weil es sich um ein Risiko handele, das in der Luftfahrt typisch sei und den Fluggästen bekannt sei. 

Die Einschätzung von Generalanwalt Saugmandsgaard Øe ist für die obersten EU-Richter nicht bindend. In der Vergangenheit ist das EuGH in vielen Fällen aber den Gutachtern gefolgt. Ein Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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