GlobeAir - mit dem Privatjet in den Urlaub

Der Linzer Betreiber von Very Light Jets will ins Ferienfluggeschäft einsteigen. AviationNetOnline hat sich mit Dieter Pammer, Director Business Development des Unternehmens, unterhalten.

GlobeAir will einen möglichst angenehmen Start in die Ferien ermöglichen (Foto: GlobeAir).

Reisen in die Ferien beginnen relativ oft mit der Fahrt zum Airport - und dem nachfolgenden Flug in die erholsamsten Wochen des Jahres. Dass dieser erste Urlaubs-Teil mitunter mehr Stress und weniger Komfort bietet, ist kein Geheimnis: Vom Ärger beim Einchecken, wenn man daraufkommt, dass der Koffer um ein teures Kilogramm zu viel auf die Waage bringt über das Flugerlebnis selbst, das sich oftmals zwischen minimaler Beinfreiheit zum Vordersitz und maximalen Kosten beim Bordservice bewegt. Garniert wird dies gerne noch durch die sommerlichen Verspätungen, die den Frust zu Urlaubsgewinn schneller steigen lassen als der Airbus oder die Boeing ihre Reiseflughöhe erreicht.

Dass der Beginn einer Urlaubsreise aber auch ganz anders aussehen kann, das wissen besonders betuchte Fluggäste, die auf einen Privatjet zurückgreifen dürfen. Freilich - ein ziemlich teures Unterfangen, auch wenn man das Flugzeug nicht nur kauft sondern nur für einen Trip mietet. Und hier kommt die Linzer GlobeAir ins Spiel: Das Unternehmen betreibt derzeit 20 Very Light Jets des Typs Cessna Citation Mustang, die jeweils maximal vier Passagiere von zwei Piloten durchaus stilvoll von A nach B befördern lassen können.

Die Flotte von GlobeAir besteht derzeit aus zwanzig Very Light Jets der Marke Mustang (Foto: GlobeAir).

Bisher war GlobeAir in erster Linie im klassischen Business-Jet-Geschäft tätig - also damit beschäftigt, beispielsweise höherrangige Manager, Sportler oder sonstige Promis quer durch Europa zu fliegen. Das Geschäftsmodell von Globe Air soll aber nun erweitert werden: „Wir werden ab dem kommenden Sommer unsere Flugzeuge auch vermehrt im Ferienflugsektor vermarkten“, erklärt Dieter Pammer im Gespräch mit AviationNetOnline. Dabei wird es sich freilich nicht um klassische Mallorca-Charter handeln, sondern um individuelle Flüge, die Reisende an die Wunschdestination bringen.

Die Kosten dafür sind natürlich empfindlich höher als jene mit dem Ferienflieger - allerdings deutlich niedriger als mit größeren Business Jets. „Von Wien nach Olbia und retour kann man mit rund 8.000 Euro für das gesamte Flugzeug mit vier Passagieren rechnen“, so Pammer. Keine Okkasion - aber vielleicht auch nicht so teuer, dass sich so manche finanziell eher unabhängige Familie diese Art des Anreisens doch leisten könnte.

Dieter Pammer (links) im Gespräch mit Martin Metzenbauer.

Neben Individualtouristen spricht man aber auch gezielt Veranstalter von Luxusreisen oder aber auch Reedereien an. „Wenn man schon mit einem yachtähnlichen Fünf-Sterne-Schiff auf Seereise sticht, möchte man vielleicht auch eine entsprechende Anreise genießen“, erklärt der langjährige Tourismus-Profi Pammer den Hintergrund dieses Unternehmens. Aber auch Kooperationen mit Premium-Airlines als Zubringer kann er sich vorstellen. Interesse an diesem erst vor kurzem gelaunchten Angebot gebe es genug - man werde dieses in den nächsten Wochen genauer ausloten.

Und wie sieht es mit dem zur Zeit brennend aktuellen Thema Umweltschutz aus? „Die Business Aviation erzeugt nur rund zwei Prozent der Treibhausgas-Emissionen der Luftfahrt. Trotzdem sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und bieten unseren Gästen mehrere Optionen von CO2-Offset-Aktionen an“, erklärt Pammer. Man kann also auch mit der Urlaubs-Anreise mittels Very Light Jet sein Umweltgewissen (zumindest etwas) beruhigen.

Bis zu vier Passagiere finden in der Mustang Platz (Foto: GlobeAir).

Von sonstigen Angeboten auf Ferienflügen kann sich GlobeAir jedenfalls klar abgrenzen: Eine Boarding-Time von 20 Minuten, Freigepäck von insgesamt 100 Kilogramm pro Flugzeug, ein 24 Stunden täglich besetztes Customer Service Center oder auch eine Transportgarantie sollen das Reiseerlebnis optimieren. Noch ein Bonus: Rund 980 Airports in Europa kann die Mustang nutzen - auch solche mit relativ kurzen Runways, auf denen größere Flugzeuge nicht landen dürfen. In einer Sache muss dieses Muster allerdings passen: Langstreckenflüge sind nicht möglich - die Reichweite beträgt 2.000 Kilometer.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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