Gericht urteilt gegen Lauda-Check-In-Gebühr

Das Landesgericht Korneuburg erklärt die Kosten von 55 Euro für unzulässig. Laudamotion GmbH legt Berufung ein.
Letztes Update am 27.02.2019 um 16:32 Uhr (Stellungnahme Lauda).

Airbus A320 von Laudamotion (Foto: Thomas Ramgraber).

Bei vielen Lauda-Tarifen ist analog zu Ryanair ein kostenloser Check-In am Flughafen nicht im Preis enthalten. Zwar ist der Online-Check-In zwischen zwei Tagen und zwei Stunden vor dem Flug kostenlos möglich - für den Flughafen-Check-In jedoch sieht eine Gebührentabelle in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, dass die Kunden eine Gebühr in Höhe von 55 Euro zu entrichten haben.

Daran hat sich der Verein für Konsumenteninformation (VKI) gestoßen: Während des gesamten Buchungsvorganges werde die Höhe des Tarifs für den Flughafen-Check-In nicht automatisch angezeigt. "Kunden müssen vielmehr durch aktives Anklicken der Tarifinformation die Höhe der Gebühr selbständig erfragen. Versäumen Kunden das Zeitfenster für den Online-Check-in oder mangelt es ihnen an den technischen Voraussetzungen, dieses Zeitfenster zu nutzen, sind sie gezwungen, den Flughafen‑Check‑In in Anspruch zu nehmen, wenn sie ihren Flug antreten wollen", so der VKI einer Aussendung.

Im Auftrag des Sozialministeriums ist der Verein nun vor Gericht gezogen und hat dort Recht bekommen: Das Landesgericht Korneuburg beurteilte diese Kosten nämlich laut Informationen des VKI als ungewöhnlich und für den Kunden überraschend. Der Passagier müsse nicht davon ausgehen, dass eine Gebühr in dieser Höhe zu erwarten sei. Vielmehr werde hier eine Gebühr für eine Nebenleistung verrechnet, die auf einfache und schnelle Weise erbracht werden könne. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

"Das Landesgericht Korneuburg spricht von einer Gebühr in exorbitanter Höhe", erklärte Beate Gelbmann, Leiterin der Abteilung Klagen im VKI. "Für die Kunden ist eine solche Gebühr nicht nur überraschend, sondern es ist für sie auch schwer nachvollziehbar, dass sie für den Check-In am Flughafen unter Umständen mehr zahlen müssen, als der Flug einer Billigfluglinie selbst kostet."

Andreas Gruber, Geschäftsführer der Laudamotion GmbH erklärte am Nachmittag: "Wir haben unsere Anwälte angewiesen, sofort gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen. Alle Laudamotion-Kunden werden mehrmals per E-Mail, SMS und während der Buchung darauf hingewiesen, sich vorab online einzuchecken. Weiters ist es uns ein Anliegen auch weiterhin unseren Passagieren Flüge zu den günstigsten Tarifen anbieten zu können."

Laut einem Statement der Airline werden Lauda-Kunden bei der Flugbuchung ausdrücklich auf eine Gebühr des Flughafen Check-Ins hingewiesen. Wer bei der Buchung kostenpflichtig einen Sitzplatz mitreserviert, könne den Online-Check-In bereits 60 Tage vor dem Hin- und Rückflug erledigen. Ohne Sitzplatzreservierung sei der Check-In 48 Stunden vor jedem Abflug möglich. Dies hätte auch das Landesgericht Korneuburg festgestellt.  Es sei laut der Stellungnahme auch während des Buchungsprozesses erkennbar, dass der Flughafen-Check-In  bei gewissen Tarifen nicht inkludiert ist. Zudem hätte das Gericht festgestellt, dass das Einheben einer Flughafen Check-In-Gebühr nicht per se unzulässig ist. 

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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