Flugtreibstoff aus Sonnenlicht und CO2

Eine Kooperation zwischen ETH Zürich, der Lufthansa Group und den Startups Climeworks und Synhelion soll neue Perspektiven für alternativen Sprit bringen.

Foto: Lufthansa

Vertreter der Lufthansa Group und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) mit ihren Spin-Offs Climeworks und Synhelion haben eine gemeinsame Absichtserklärung für eine mögliche Kooperation unterzeichnet, die zur Beschleunigung der Markteinführung nachhaltiger Flugkraftstoffe beitragen soll.

Die Forschenden und Ingenieure an der ETH Zürich haben Verfahren entwickelt, die es ermöglichen, CO2 aus der Atmosphäre zu entziehen und es gemeinsam mit Wasser und mit Hilfe von konzentriertem Sonnenlicht in ein Synthesegas zu überführen, das zur Kraftstofferzeugung genutzt werden kann. Ein solcher Kraftstoff setzt nur so viel CO2 frei, wie zuvor aus der Atmosphäre entnommen wurde. Gemeinsames Ziel der Unterzeichner ist es, diese Technologien für eine spätere Produktion auf industriellen Maßstab vorzubereiten. Nähere Informationen zur Technologie hinter dem Projekt findet man auf der Website der ETH Zürich.

Die von den Lufthansa Group Tochtergesellschaften Swiss und Edelweiss initiierte Partnerschaft soll unter anderem die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie und Wirtschaftlichkeit umfassen. Zudem besteht die Absicht, zu einem späteren Zeitpunkt Abnahmekontingente von nachhaltigen Treibstoffen zu vereinbaren, um künftige Demonstrationsprojekte der Partner zu unterstützen. Weitere Inhalte der Kooperation sollen bis Ende 2020 ausgearbeitet werden.  

Synhelion entstand 2016 an der ETH Zürich und arbeitet daran, solare Kraftstoffe auf den Markt zu bringen. Das 2009 an der ETH Zürich gegründete Unternehmen Climeworks verfolgt die CO2-Luftabscheidung, um den für die Kraftstoffsynthese benötigten Kohlenstoff nachhaltig bereitzustellen. Beide Unternehmen entwickeln somit Schlüsseltechnologien für die Erzeugung nachhaltiger Flugkraftstoffe.

"Im Gegensatz zu anderen Verkehrsträgern ist der Luftverkehr in der absehbaren Zukunft auf nachhaltige Flüssigkraftstoffe angewiesen. Deren Markteinführung erfordert eine gemeinsame Anstrengung von Kraftstoffherstellern und Fluggesellschaften", sagt Aldo Steinfeld, Professor für erneuerbare Energieträger an der ETH Zürich. "Dieser Letter of Intent markiert die Absicht einer solchen Kooperation zwischen der ETH Zürich, den ETH-Spin-offs Climeworks und Synhelion sowie den Lufthansa Group Airlines, um zusammen die damit verbundenen Herausforderungen zu adressieren. Dadurch soll die Energiewende in der Luftfahrt unterstützt werden."

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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