Flughafen Wien senkt temporär die Gebühren

Gleichzeitig thematisiert das Airport-Management den Wunsch nach weiterer staatlicher Unterstützung.

Airlines dürfen sich über niedrigere Gebühren am Flughafen Wien freuen (Foto: Martin Metzenbauer).

Der Flugverkehr in Europa kommt nach der Corona-Zwangspause nur langsam wieder in die Gänge. Um zumindest in Österreich ein wenig nachzuhelfen, hat nun der Flughafen Wien seine Landegebühren für das Jahr 2020 komplett gestrichen, wie "Die Presse" berichtet. Im kommenden Jahr sollen dann laut VIE-Vorstand Julian Jäger die passagierbezogenen Tarife gesenkt werden - und zwar für Airlines, die zumindest 65 Prozent der für 2020 ursprünglich geplanten Kapazität anbieten. Hier soll es einen Nachlass von zwei bis vier Euro pro Fluggast geben.

Obwohl die Kosten für diese Gebührensenkungen nicht existenzbedrohend seien, stellt man von Seiten der  Flughafen Wien AG den Wunsch nach weiterer staatlicher Hilfe in den Raum - auch nach Ende der Kurzarbeit im September 2020. Dieses Ansinnen führt in Kombination mit den Airline-Zuckerln erwartungsgemäß zu Kritik: "Der Flughafen hält die Hand auf für Zuzahlungen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, um die Jobs der Flughafenangestellten zu retten. Gleichzeitig wird Steuergeld an Billigflieger verschenkt und die Kostenwahrheit bleibt damit auf der Strecke", erklärte der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch.

"Es ist blanker Hohn Landegebühren zu senken und gleichzeitig zusätzliches Steuergeld zur Sicherung von Arbeitsplätzen zu fordern. Das kommt einem schamlosen Umgehen der Anti-Dumping Regelung der Bundesregierung gleich und bringt das Billig-Ticket durch die Hintertüre zurück. Solche schmutzigen Deals auf Kosten der SteuerzahlerInnen und des Klimaschutzes sind einfach nicht mehr akzeptabel", stieß Jasmin Duregger, Klimaexpertin bei Greenpeace, ins selbe Horn.

Deutlich freundlichere Worte fand hingen Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hotelliersvereinigung (ÖHV). Sie sieht die Maßnahme als "wichtiger Schritt" für die Stadthotellerie. "Nach zwei Monaten des Totalausfalls kommt der stark vom internationalen Flugverkehr abhängige Städtetourismus in Wien nur langsam in Gang. Ich danke dem Flughafen für die Reaktivierungsmaßnahmen, die auch der Wiener Visitor Economy zugutekommen", freute sich auch der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner. 

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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