Flughafen Paderborn-Lippstadt beantragt Insolvenz

Wirtschaftliche Schwierigkeiten bereits vor Corona, Sanierung wird angestrebt.

Flughafendirektor Marc Cezanne (Foto: Flughafen Paderborn/Lippstadt).

Der Airport Paderborn-Lippstadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen gehört (mit knapp 700.000 Passagieren im Vorjahr) zu den kleineren deutschen Flughäfen. Und er kämpft bereits seit längerem mit wirtschaftlichen Problemen: Bereits vor Corona reichten die Erlöse des Airports nicht aus, um die Betriebs- und Investitionskosten zu decken. Der Jahresverlust 2019 führte dann zu einem Liquiditätsabfluss, der aufgrund beihilferechtlicher Vorgaben in dieser Höhe nicht durch die kommunalen Gesellschafter kompensiert werden durfte. Jetzt hat die Pandemie die Situation noch weiter verschärft.

"Insbesondere aufgrund massiv rückläufiger Flugbewegungen infolge der Corona-Krise ist eine umfangreiche Unternehmenssanierung notwendig geworden. Tatsächlich liegen die aktuellen Passagierzahlen um 85 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes und es wird voraussichtlich noch einige Zeit dauern, bis die Passagierzahlen wieder annähernd das Vorkrisen-Niveau erreichen", erklärte Flughafen-Geschäftsführer Marc Cezanne. Er musste am Dienstag beim Amtsgericht Paderborn den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stellen.

In den letzten Monaten wurde ein Sanierungskonzept ausgearbeitet, das dem Flughafen eine - laut Aussendung - "positive Zukunftsperspektive" eröffnen soll. Darin ist vorgesehen, dass der Airport den Status eines Verkehrsflughafens mit Flugsicherung behält und weiterhin 24 Stunden am Tag in Betrieb sein wird. Die Kapazitäten für die Flugzeugabfertigung sollen allerdings reduziert werden, wodurch man sich maßgebliche Kostensenkungen erwartet.

Treffen wird das Konzept jedenfalls auch das Personal - hier ist ein massiver Stellenabbau geplant. Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen dazu bereits. Ansonsten liegt bereits ein Finanzierungskonzept für die mit der Insolvenz in Eigenverwaltung verbundenen Sanierungskosten vor. Vorgesehen sind unter anderem Zahlungen der Gesellschafter. Derzeit befinden sich diese in einem engen Austausch über die zukünftige Eigentümerstruktur und die Beteiligung an den Sanierungskosten.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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