"Flucht nach Malta" bei Laudamotion?

Gewerkschaft sieht Ausweichen vor der österreichischen Rechtssprechung und fordert Dreipunkteprogramm zur Absicherung der Arbeitsplätze.

Foto: Thomas Ramgraber

Eine "Flucht vor der österreichischen Rechtsprechung und vor geregelten Arbeitsbedingungen, um den österreichischen Markt weiterhin mit Dumpingpreistickets auf Kosten des Personals überschwemmen zu können", ortet Daniel Liebhart, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft Vida, in der Verlegung der Laudamotion-Basis von Wien nach Malta. Mit Lauda Europe wolle Ryanair nicht zum ersten Mal eine verschachtelte Unternehmenslösung dazu missbrauchen, um wie auch in anderen europäischen Ländern geltendes Recht umfliegen zu können, kritisiert Liebhart.

"Im Sinne der ArbeitnehmerInnen müssen ehestmöglich regulative Maßnahmen ergriffen werden, um ein derartig unmoralisches und den heimischen Wirtschaftsstandort schädigendes Agieren in Österreich und Europa zu unterbinden", fordert der Gewerkschafter drei kurzfristige Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping ein, die, "wenn der politische Wille dazu da ist", noch bis Jahresende umgesetzt werden könnten.

Branchen-KV, höhere Gebühren, Kontrollen
Dazu zählt Liebhart abermals die Umsetzung eines Branchenkollektivvertrags oder Ermöglichung der KV-Satzung bei Airlines. Zweitens schlägt er ausreichend hohe Gebühren am Flughafen Wien und bei der Flugsicherung vor. Die Billigpreispolitik bei den Flughafengebühren wirke "wie ein Magnet auf Billigairlines und Dumpingpreise", so der Gewerkschafter. Als dritte Maßnahme fordert der Vida-Mann erhöhte Kontrollen bei "auffälligen" Airlines durch die zuständigen Behörden wie Sozialversicherung, Austro Control, Finanzpolizei und Arbeitsinspektorat.  

Die Gewerkschaft habe in den letzten Tagen erneut Berichte über "menschenunwürdige Beschäftigungsverhältnisse" bei den Low Cost Airlines Ryanair, Laudamotion und Wizz Air erhalten. "Auf der anderen Seite sehen wir, dass jene Airlines, die versuchen, fair mit ihren Beschäftigten umzugehen und aktiv an der Sozialpartnerschaft mitwirken, mehr und mehr durch die Preistreiber unter Druck geraten. Es besteht daher die berechtigte Sorge, sollten nicht in den kommenden Wochen die ersten Maßnahmen dagegen ergriffen werden, dass nur die Dumpingairlines als einzige das viel zitierte 'Blutbad am Flughafen Wien' überleben könnten", so der Vida-Gewerkschafter.   

"Die gesamte Bundesregierung muss daher - unabhängig von Ressortzuständigkeiten oder Parteifarben - jetzt rasch agieren. Auch einem Finanzminister kann es nicht egal sein, dass Laudamotion nun keine Steuern mehr für ihre österreichischen ArbeitnehmerInnen in Österreich abführt. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten andere Airlines dem Beispiel des Ryanair-Konzerns folgen. Die Steuerausfälle würden dann jährlich wohl in die Millionenhöhe gehen", fürchtet Liebhart. 

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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