Finnair: USA statt China

Airlines mit starker China-Präsenz müssen sich aufgrund der Streichungen Alternativen überlegen.

Airbus A330 von Finnair (Foto: Finnair).

Die Corona-Virus-Epidemie in China hat zu massiven Folgen für die Luftfahrt geführt - so mussten viele europäische Airlines ihre Flüge ins Land der Mitte komplett streichen wie etwa die Lufthansa Group. Mittlerweile zeichnet sich auch ab, dass eine Wiederaufnahme der Flüge nach China nicht so bald ins Haus steht - die Auswirkungen dieses Outbreaks sind noch nicht abzusehen und die "Nachwehen" auf Geschäftsreiseverkehr und Tourismus werden möglicherweise noch länger dauern. Kurzfristig kann man zwar beispielsweise Wartungen vorziehen oder Widebodies auf kürzeren Strecken einsetzen (wie es etwa Austrian Airlines macht). Mittelfristig wird man sich bei den Fluglinien mit China im Repertoire aber wohl etwas anderes überlegen müssen.

Besonders stark von der Einstellung der China-Flüge ist Finnair betroffen: Durch die geographisch günstige Lage in Nordeuropa hat sich die Fluglinie in den letzten Jahren als Fernost-Carrier positioniert. Zumindest was China betrifft, ist davon nicht mehr viel übrig: Die Flüge nach Peking, Shanghai, Guangzhou und Nanjing wurden bereits bis (vorerst) Ende März gestrichen - einzig Hongkong bleibt aktuell mit einem statt zwei täglichen Flügen noch stehen.

Offenbar um hier gegenzusteuern, setzt Finnair im kommenden Sommerflugplan vermehrt auf "West statt Ost": Zusätzlich zu den täglichen New-York-Flügen wird das Oneworld-Mitglied saisonal bis zu fünf zusätzliche Flüge pro Woche in die US-Metropole auflegen. Neben dem "Big Apple" steuert Finnair in den USA auch noch Los Angeles, Chicago, San Francisco und Miami an.

Cathay Pacific ist wie viele Airlines aus der Region massiv von der Corona-Krise betroffen (Foto: Andy Graf).

Neben Finnair gibt es eine Reihe weiterer Airlines aus Europa und Nordamerika, die bislang zumindest zu den Standardzielen Peking, Shanghai und Hongkong unterwegs waren. Viele von ihnen müssen sich wohl analog zu den Finnen Alternativen zu den China-Flügen suchen. Wenn dann die Epidemie in China abgeflaut ist, wird es wie gesagt wohl auch noch einige Zeit dauern, bis die früheren Flugfrequenzen wieder aufgebaut werden. Und bis dahin wird man gerade bei Airlines mit starker China-Präsenz Alternativen suchen müssen, um die Widebodies nicht verlustbringend am Boden zu halten.

Die Auswirkungen auf europäische und nordamerikanische Airlines sind freilich nur ein "Klacks" im Vergleich zum Effekt auf asiatische Fluglinien: So mussten chinesische Carrier Piloten bereits in unbezahlten Urlaub schicken. In China denkt man nun laut darüber nach, den Airlines von staatlicher Seite finanziell unter die Arme zu greifen, berichtete Bloomberg. Bitter ist die Krise auch für Cathay Pacific: Die Airline aus Hongkong musste ihr internationales Netzwerk zuletzt massiv zusammenstutzen, wie Routesonline schrieb.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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