Fast 80 Prozent weniger Fluggäste im Juli und August 2020

In Österreich folgte auf Rekordwinter der schwächste Sommer seit über 30 Jahren.

Der Flughafen Wien hatte im Sommer den niedrigsten relativen Rückgang zu verzeichnen (Foto: Thomas Ramgraber).

Im Juli und August 2020 wurde laut Statistik Austria auf den sechs österreichischen Flughäfen mit insgesamt 1,5 Millionen Fluggästen (inkl. Transit) nur ein Fünftel des Passagieraufkommens des entsprechenden Vorjahreszeitraums erreicht. Die Flugbewegungen im Linien- und Gelegenheitsverkehr auf den Flughäfen Wien, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg verringerten sich um 66,1 Prozent auf 20.043 Starts und Landungen. 

"Die weltweiten Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben dem Passagierflugverkehr eine harte Landung beschert. Nach einem Rekordwinter folgte 2020 der schwächste Sommer seit mehr als 30 Jahren. In den Hauptferienmonaten Juli und August gab es fast 80 Prozent weniger Passagiere als im Sommer des Vorjahres. Mit Beginn der Corona-Krise sank die Anzahl der Flüge zunächst auf die Hälfte der Flüge vom März 2019, während die Passagierzahl sogar um fast zwei Drittel zurückging. Im April und Mai 2020 brach der österreichische Flugverkehr schließlich vollends ein: Es fanden nicht einmal fünf Prozent der Flüge des Vorjahres statt", erläutert Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. 

Ein Sommer wie 1989
Im Jänner und Februar 2020 wurden noch Rekordwerte von jeweils fast 2,6 Mio. Passagieren bei über 24.000 Flugbewegungen gemeldet, ein deutliches Plus von 11,4 und 7,5 Prozent im Passagieraufkommen. Im März 2020 begann der Sinkflug des österreichischen Luftverkehrs: Die Anzahl der Flugbewegungen war um 50,6 rozent geringer als im März 2019, die Passagierzahl (1,0 Mio. Passagiere) ging sogar um 65,3 Prozent zurück. Der April und Mai 2020 waren mit einem Rückgang von nahezu 100 Prozent des Passagieraufkommens (12.800 und 21.203 Passagiere) am massivsten von der Corona-Krise beeinträchtigt. 

Auch in den folgenden drei Sommermonaten wurden im Vergleich zum Vorjahr starke Rückgänge gemeldet, allerdings sind die prozentuellen Abnahmen im Laufe des Sommers tendenziell gesunken: Im Juni 2020 wurden 141.369 Passagiere befördert, ein Minus von 95,8 Prozent verglichen mit dem Juni 2019. Es folgten 617.240 Passagiere im Juli (-71,4 Prozent) gegenüber Juli 2019 und 858.201 Passagiere im August 2020 (-60,6 Prozent gegenüber August 2019). Zusammen wurden im Juli und August 2020 somit 1,5 Mio. Passagiere auf Österreichs Flughäfen befördert. Ähnlich niedrige Werte wurden zuletzt im Juli und August 1989 verzeichnet.

Top 3 im Sommer 2020: Hamburg, Zürich und Athen
Der Flughafen Wien registrierte mit 1,4 Mio. Fluggästen im Sommer 2020 und einem Rückgang von 78,2 Prozent die geringste relative Abnahme zum Sommer 2019. Danach folgten die Flughäfen Salzburg mit 49.081 Fluggästen (-83,6 Prozent), Innsbruck mit 20.571 Fluggästen (-84,2 Prozent), Graz mit 23.155 Fluggästen (-88,9 Prozemt), Klagenfurt mit 5.941 Fluggästen (-86,1 Prozent) und Linz mit 2.607 Fluggästen (-97,6 Prozent gegenüber Sommer 2019). Von den 0,75 Mio. Passagieren, die im Juli und August 2020 von den österreichischen Flughäfen abreisten, hatten 0,72 Mio. (96,2 Prozent) ihr Ziel in Europa. Dieser Anteil stieg im Vergleich zum Sommer 2019 um 15,2 Prozentpunkte.

Die bedeutendsten Destinationen im Sommer 2020 waren Hamburg (26.020 Fluggäste), Zürich (25.266 Fluggäste), Athen (24.831 Fluggäste), Berlin (24.343 Fluggäste) und Köln (22.091 Fluggäste). Verglichen damit waren die häufigsten Endziele von in Österreich abgefertigten Passagieren im Sommer 2019 London (152.558 Fluggäste), Berlin (110.424 Fluggäste), Palma de Mallorca (93.623 Fluggäste), Hamburg (83.833 Fluggäste) und Amsterdam (81.670 Fluggäste).

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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