FACC: Umsatzmilliarde rückt in die Ferne

Weniger Zuwachs bei einigen Flugzeugmustern als prognostiziert.

FACC stellt unter anderem Winglets her (Foto: FACC AG).

Die FACC AG konnte zwar im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 einen Rekordumsatz von 747,6 Millionen Euro (plus 4,5 Prozent) erzielen - den Zeitpunkt für den selbst gesteckten Meilenstein von einer Umsatzmilliarde muss der börsenotierte Luftfahrtzulieferer allerdings nach hinten verschieben: Die Umsetzung dieses Zieles scheint laut FACC "erst ab dem Geschäftsjahr 2021/22" erreichbar, ursprünglich wurde dieses bereits im Jahr 2020/21 anvisiert. Ein Grund für diesen Dämpfer ist laut FACC "dass sich der Ratenanstieg bei einigen Flugzeugmustern stabilisiert hat und etwas flacher verlaufen wird als noch vor einem Jahr prognostiziert."

Das letzte Geschäftsjahr konnte neben dem genannten Rekordumsatz noch mit anderen positiven Kennzahlen abgeschlossen werden: So lag das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 2018/19 mit 55 Millionen Euro um mehr als 10 Millionen Euro über dem Vorjahreswert von 44,9 Millionen Euro. Die Auftragsrücklage erreichte 6,5 Milliarden US-Dollar - nach 5,9 Milliarden US-Dollar im Jahr zuvor. Wesentliche Umsatztreiber bildeten die Programme für die A320-Familie, den A350 XWB, die Boeing 787 sowie für Bombardier und Embraer Business Jets und die damit verbundenen Triebwerke. Erste deutliche Serienumsätze wurden auch mit dem chinesischen Flugzeughersteller COMAC erzielt.

Für heuer plant FACC den weiteren Ausbau des Werkes in Ort im Innkreis sowie den Baubeginn eines Composite-Werkes in Kroatien, in dem 2021 die Serienfertigung beginnen soll. In Forschung und Entwicklung setzt das Unternehmen ebenfalls starke Schwerpunkte - so beispielsweise im Drohnenprojekt mit EHang. Finanziell erwartet man für das laufende Geschäftsjahr auf Basis der heutigen Markteinschätzung eine Umsatzsteigerung, die mit dem Wachstum des Marktes einhergeht. Verschiebungen im Produktmix - wie die Einstellung des A380-Programms - sollen durch die in den letzten beiden Jahren akquirierten Neuaufträge kompensiert werden.

FACC wurde 1989 aus dem ursprünglichen Skikonzern Fischer herausgegliedert. Mittlerweile ist das Unternehmen in 13 Ländern mit rund 3.500 Mitarbeitern (darunter 600 im Bereich Research & Development) tätig. Die Aktien der mittlerweile börsenotierten FACC AG gehören zu 55,5 Prozent der chinesischen AVIC Cabin Systems und stehen zu 44,5 Prozent in Streubesitz. Dem Aufsichtsrat wird heuer eine Dividende von 0,15 Euro pro dividendenberechtigter Aktie vorgeschlagen - im Vojahr waren es 0,11 Euro.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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