FACC: Sparen und schneller werden

Geschäftsjahr 2019 war erfolgreich. 

Foto: FACC AG.

Als größte Herausforderung derzeit nennt FACC CEO Robert Machtlinger gegenüber AviationNetOnline die Abstimmung mit seinen Kunden. Es gehe darum, sich ein Bild darüber verschaffen zu können, welchen Bedarf die Flugzeughersteller für die Zeit nach der Krise sehen. Denn derzeit „gibt es nur eine Planung von einem Tag auf den anderen,  wir müssen wieder zu einer stabileren, langfristigeren Planung kommen“, sagt Machtlinger.

 Das Augenmerk liege jetzt neben der Gesundheit der MitarbeiterInnen darauf, FACC „ökonomische Stabilität und wirtschaftliche Durchhaltekraft“ zu geben. Deshalb wird FACC einen Großteil der 3500 Mitarbeiter ab 6. April auf Kurzarbeit schicken. Machtlinger lobt in diesem Zusammenhang das rasche und flexible Hilfspaket der Regierung. Weiters werden geplanten Investitionen angepasst, die Errichtung des FACC Werks in Kroatien neuerlich geprüft. Machtlinger betont aber die Wichtigkeit dieses Werks, wo künftig zentral und doch kostengünstig produziert werden könne. Die Liquidität wird ebenfalls gestärkt, dazu wird auch die Dividendenzahlung ausgesetzt. Und „wir wollen unsere Marktanteile ausbauen“, kündigt Machtlinger an.

 Darüber schon laufende Kostensenkungsprogramm wird forciert. Etwa 60 % der Kosten von FACC sind Materialkosten, 20 % Fixkosten und 20 % variable Fertigungskosten. Die Materialkosten müssen sinken, sagt Machtlinger, in dem man sich beispielsweise auf strategische Partner fokusiere. Ins Haus holen will man sich jene Teile der Fertigung, die man selbst kostengünstiger produzieren könne. Ebenfalls gesenkt werden sollen die Fixkosten. „Wir müssen schneller und agiler werden“, so Machtlinger. All das soll helfen, dass FACC die Krise möglichst unbeschadet übersteht.

 Rückblick: Eigentlich lief das verkürzte Geschäftsjahr 2019 gar nicht so schlecht. In den Monaten März bis Dezember wurde bei einem Umsatz von 665 Millionen € ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen, EBIT, von knapp 35 Millionen € erzielt. Verluste gab es im Bereich Kabineneinrichtungen, wobei laut FACC da erste Verbesserungen sichtbar sind. Die Produktionsausfälle durch die Einstellung der A380 und das Grounding der Boeing 737 konnten nicht vollständig kompensiert werden. Neuaufträge gab es im Wert von 800 Millionen €. Darunter die Triebwerksschubumkehr für die A320 neo und für das neue Produkt Flugzeugnasen. In beiden Bereichen laufen die Entwicklungen auf Hochtouren, so Machtlinger. Erweitert und verlängert worden ist der Vertrag mit Collins Aerospace,  da geht es um die gesamte Schubumkehr für die A350 und die Boeing 787. Zufrieden ist Machtlinger mit der Kooperation mit EHang im Drohnengeschäft. Da gibt es jetzt auch in Norwegen die Fluggenehmigung. Den für heuer geplanten Umsatz von 20 Millionen US$ werde man aber wegen der Krise überdenken müssen.

Gestern ist übrigens der Vertrag Machtlingers als CEO von FACC für weitere fünf jahre bis 2025 verlängert worden.

Autor: Michael Csoklich
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Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf AviationNetOnline insbesondere über Spezialthemen, seit 2019 gibt er den Podcast "Flightcast" - eine Initiative von Austrian Airlines, FACC, Flughafen Wien und Frequentis - heraus.

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