Exklusiv: Airbus drosselt A350-Produktion

Interne Dokumente: Nur noch neun Jets pro Monat

Charakteristisches "Zorro"-Cockpit der A350: Airlines zögern mit Neubestellungen. (Foto: www.AirTeamImages.com)

Der europäische Flugzeugbauer Airbus fährt die Produktion seines Langstreckenflugzeugs A350 herunter. Dies geht aus Dokumenten des Konzerns hervor, die AviationNetOnline vorliegen. Demnach soll die Produktion ab sofort auf neun Flugzeuge gedrosselt werden – in hochrangigen Konzernkreisen ist gar von nur noch acht Auslieferungen im Monat die Rede. Bisher fertigt Airbus zehn A350-Jets im Monat. Der Konzern dementiert auf Anfrage die Informationen.

Hintergrund der Drosselung ist laut Insidern die dünne Zahl der Neubestellungen. Denn seit klar ist, dass das jetzige Modell ein Update bekommt (-1000), zögern die Airlines mit Neubestellungen. "Und bevor es da wie bei der A380 geht, dass man zu schnell produziert und die Auftragslage abgearbeitet ist, nimmt man lieber Tempo raus", sagt ein Insider. Für die Produktion des doppelstöckigen Langstreckenjets A380 hatte Airbus im vergangenen Jahr bereits das Aus verkündet.

Die A350-900 wurde Ende 2014 von Airbus an Erstkundin Qatar Airways übergeben und tritt offiziell die Nachfolge der viermotorigen A340-Reihe an. In der Branche gilt die A350 als direkte Antwort auf Boeings "Dreamliner" (787).

"Dreamliner"-Produktion wird heruntergefahren
Auch bei der Produktion dieses Modells wird nun der Rotstift angesetzt. Wie Konzernchef David Calhoun am Mittwoch am Rand der Bilanzvorlage mitteilte, werde die Fertigung des "Dreamliners" (Boeing 787) heruntergefahren. Kurzfristig soll es von 14 monatlichen Jets auf mindestens zehn runtergehen. Ab 2023 soll die Produktion wieder komplett ausgelastet laufen.

Beiden Flugzeugbauern ist gemein, dass sie in den vergangenen beiden Jahren monatlich zum Teil deutlich weniger Bestellungen für ihre Langstreckenflugzeuge bekamen, als sie diese Jets auslieferten. So verbuchte Airbus allein 2019 für die A350 monatlich im Durchschnitt nur rund acht Neubestellungen. Für Boeings "Dreamliner" gab es im vergangenen Jahr im Schnitt 13 Neubestellungen.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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