Eurowings überließ 14-Jährigen in New York sich selbst

IT-System soll schuld sein, Anpassungen erfolgen nun aufgrund des Vorfalls.

Airbus A340 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Billigfluggesellschaft Eurowings zeigte sich gegenüber einem 14-jährigen Reisenden, dessen Langstreckenflug von New York-Newark nach Düsseldorf gestrichen wurde, im negativen Sinne besonders fürsorglich, denn der Carrier verweigerte nicht nur die Umbuchung auf eine andere Fluggesellschaft, sondern stellte dem Jugendlichen obendrein kein Hotelzimmer zur Verfügung. Er solle sich selbst eines suchen und den nächsten Eurowings-Flug nach Düsseldorf abwarten wurde dem Minderjährigen lapidar erklärt. Doch in diesem U.S.-Bundesstaat darf er selbst mit 14 Jahren offiziell kein Hotelzimmer anmieten.

Eurowings schiebt dieses Fehlverhalten den IT-Systemen und der Tatsache, dass es sich um ein mit Bonusmeilen gebuchtes Ticket handelte, in die Schuhe. Der Computer habe schlichtweg eine Umbuchung auf andere Airlines oder die Lufthansa Gruppe nicht zugelassen, erklärte das Unternehmen gegenüber „Welt am Sonntag“. Somit musste der Vater von Deutschland aus zunächst ein Zimmer für seinen Sohn buchen und obendrein noch einen Ersatzflug für stolze 2.700 Euro für seinen Sohn organisieren. Vor Ort bekam der junge Mann keinerlei Unterstützung seitens der Fluggesellschaft.

Laut dem Medienbericht scheint man bei Eurowings und Lufthansa nun auch erkannt zu haben, dass das Verhalten gegenüber dem Jugendlichen definitiv nichts mit dem „Premium-Anspruch“ des Konzerns zu tun hat und verspricht laut „Welt am Sonntag“ sofortige und zeitnahe Maßnahmen. In Kürze sollen auch Eurowings-Meilentickets im Falle von Unregelmäßigkeiten innerhalb der Lufthansa Group umgebucht werden. Laut einem Sprecher sollen die EDV-Systeme umgestellt werden und die Umsetzung soll „zeitnah erfolgen“.

Immerhin: Laut einer Erklärung, die der Vater des Jugendlichen gegenüber dem Medium tätigte, soll Eurowings nachträglich die Kosten für das Hotel und den Ersatzflug erstattet haben. Doch 32 Stunden lang war der junge Deutsche in New York ohne jegliche Unterstützung durch die Airline auf sich selbst gestellt und musste sich hinsichtlich des Hotelzimmers gar nach lokalem Recht strafbar machen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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