Eurowings streicht wegen UFO-Streiks 200 Flüge

Hinzu kommen etliche Verspätungen

Airbus von Eurowings am Flughafen Köln/Bonn: Über 40 gestrichene Verbindungen. (Foto: www.airteamimages.com)

Eurowings hat anlässlich des dreitägigen Streiks der Germanwings-Flugbegleiter 200 Verbindungen im ganzen Netz gestrichen. Das ist das Ergebnis einer AviationNetOnline-Auswertung von Flugplänen der Airline und Airports. Zudem waren an allen drei Tagen etliche Flüge deutlich verspätet. Dabei überstieg ihre Verspätung zum Teil die eigentliche Flugdauer.

Übersicht: Anzahl der abgesagten Eurowings-Flüge

  • Berlin-Tegel: 35;
  • Köln/Bonn: 43;
  • Dortmund: 8;
  • Dresden: 5;
  • Düsseldorf: 17;  
  • Hamburg: 28;  
  • Leipzig/Halle: 3; 
  • München: 33; 
  • Nürnberg: 2;  
  • Stuttgart: 16;
  • Wien: 4;
  • Zürich: 6;

Dabei teilen sich die Absagen in zwei Kategorien: die des bestreikten Betriebs Germanwings und die anderer Eurowinds-Airlines, die zwar nicht bestreikt wurden, aber auch unter dem Ausstand litten. Unter anderem war dies der Fall, weil mit den 33 für Eurowings operierenden Germanwings-Jets auch Crews anderer Gesellschaften zum Einsatzort geflogen werden sollten.

Eurowings versteht sich selbst als "Steckdosenleiste", an die auch Fluggesellschaften andocken können, welche nicht zum Kranich-Konzern gehören. So werden die Verbindungen unter EW-Flugcode neben Germanwings und Eurowings Deutschland auch noch von der österreichischen Eurowings Europe, der ehemaligen Air-Berlin-Tochter LGW und zu einem kleinen Teil auch von Tuifly bedient. Hinzu kommen saisonale Mietverträge unter anderem mit der tschechischen CSA. Die Eurowings-Langstrecken werden von Sun Express Deutschland und Brussels Airlines geflogen. 

Auf den Flugtickets ist durch den Aufdruck "operated by" jeweils vermerkt, welche Airline für Eurowings fliegt. Solange dort nicht Germanwings stand, konnten sich Fluggäste in den vergangenen Tagen also sicher sein, nicht vom Streik betroffen zu sein. Dies war während des Streiks nicht mehr der Fall. Wie viele Passagiere von dem Ausstand betroffen waren, wollte Eurowings zunächst nicht öffentlich mitteilen.

So verteilen sich die Ausfälle

Besonders von den Annullierungen bei Germanwings betroffen waren die Flughäfen Berlin-Tegel und Köln/Bonn. An dem NRW-Airport sind die meisten der von Germanwings betriebenen Jets stationiert. Daneben mussten auch München und Hamburg viele von Germanwings durchgeführte Flüge streichen.

Übersicht: Anzahl der abgesagten Germanwings-Flüge (Anzahl der geplanten Germanwings-Flüge)

  • Berlin-Tegel: 32 (40); 
  • Köln/Bonn: 32 (56);
  • Dortmund: 8 (8);
  • Dresden: 2 (3);
  • Düsseldorf: 15 (17); 
  • Hamburg: 25 (41); 
  • Leipzig/Halle: 2 (2);
  • München: 29 (40);
  • Nürnberg: 1 (1); 
  • Stuttgart: 15 (21).
  • Wien: 4 (4);
  • Zürich: 5 (5);

Hinzu kommen nach unseren Berechnungen noch einmal 30 Verbindungen der anderen Eurowinds-Betriebe, die in Folge des Streiks gestrichen wurden. Dies betraf erneut vor allem den Flughafen Köln/Bonn.

Übersicht: Anzahl der gestrichenen und nicht von Germanwings durchgeführten Eurowings-Verbindungen

  • Berlin-Tegel: 3; 
  • Köln/Bonn: 11; 
  • Dresden: 3;
  • Düsseldorf: 2; 
  • Hamburg: 3; 
  • Leipzig/Halle: 1; 
  • München: 4; 
  • Nürnberg: 1; 
  • Stuttgart: 1;
  • Zürich: 1.

Weitere Informationen am Sonntag
Indes ist der dreitägige Ausstand von UFO planmäßig in der Nacht auf Donnerstag beendet worden. Die Gewerkschaft sprach sich gegen eine kurzfristige Verlängerung aus, die sie immer wieder ins Feld gebracht hatte. Über das weitere Vorgehen will UFO ungewöhnlicherweise am Sonntag (5. Januar) informieren. Die Mitglieder der Gewerkschaft hatten dieser im vergangenen Herbst Mandate für unbefristete Streiks bei den Konzern-Airlines Cityline, Euro- sowie Germanwings, Lufthansa und SunExpress Deutschland gegeben.

Erfahren Sie hier mehr über die Hintergründe des vergangenen Streiks bei Germanwings und hier zum Konflikt zwischen Lufthansa und UFO.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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