Eurowings: Kabine will Donnerstag Streiktermin nennen

Der Streik zwischen Eurowings und UFO eskaliert. Am Donnerstag will die Gewerkschaft sagen, wann sie streikt.

Boeing 737-800 (Foto: Thomas Ramgraber).

Dem Lufthansa-Konzern stehen stürmische Zeiten bevor. Nach Informationen von AviationNetOnline wird die mächtige Flugbegleitergewerkschaft UFO wohl am Donnerstag einen Streik bei Kranich-Low-Coster Eurowings ankündigen. Zuvor hatte das Airline-Management die Gespräche mit den Kabinenvertretern abgebrochen.

Über die weitere Vorgehensweise wollen die UFO-Gremien heute und morgen noch beraten. In der Vergangenheit  war es Taktik der UFO sowohl die Länge des Streiks als auch die Frage, ob alle Standorte gleichzeitig oder abwechselnd betroffen sein werden offen zu lassen.

Schiedsverfahren abgebrochen

Und genau in den verschiedenen Standorten liegt das zentrale Problem der deutschen Arbeitnehmervertreter. Denn für Deutschlands zweitgrößte Airline fliegen viele verschiedene Flugbetriebe: Unter anderem Eurowings, Germanwings, Eurowings Europe, LGW und die deutsche Sun Express. "Bislang ist es noch nicht gelungen, die Betriebe aneinander anzugleichen", konstatiert UFO-Chefin Sylvia de la Cruz im Gespräch mit AviationNetOnline. Dies sei eines der großen Probleme.

Vor zwei Jahren handelte UFO unter Schlichtung des SPD-Politikers Klaus Wowereit ein Paket aus Tarifverträgen aus. Doch die getroffenen Vereinbarungen seien nicht umgesetzt worden, so de la Cruz: "Das ist ein Umstand, den wir nicht hinnehmen können."

Am Wochenende hatte das Management von Eurowings laut UFO die Verhandlungen über die genaue Ausgestaltung des Schlichterspruchs abgebrochen. Mit der Beendigung des Schiedsverfahrens, ende nun auch die Friedenspflicht, heißt es von UFO.

Einige Themen blieben auf der Strecke

Zwar habe man sich mit Eurowings seinerzeit auf "gute Manteltarifverträge und eine angemessene Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter" geeinigt. Doch: "Wir vermissen bei vielen dringlichen Themen die Bereitschaft des Arbeitgebers, weiterhin Lösungen zu finden."

Dabei gehe es unter anderem um Regelungen für Teilzeit und Altersvorsorge. "Nicht einmal das Ergebnis einer vertraglich vereinbarten Schiedsstelle zu akzeptieren - das ist nicht nur das Gegenteil von Sozialpartnerschaft, das ist regelrecht respektlos der gesamten Kabine gegenüber", so de la Cruz. Bereits ausgehandelte Punkte würden fortlaufend "mit einem Fragezeichen" versehen.

Tarifgespräche mit UFO hatte auch die Eurowings-Mutter Lufthansa zuletzt immer wieder abgelehnt, weil man die Rechtsfähigkeit der Gewerkschaft bezweifelt.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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