Eurowings bleibt der Langstrecke treu

SunExpress-Maschinen sollen bis Sommerflugplan 2020 mit einer Business Class aufgewertet werden.

Foto: www.AirTeamImages.com

Der vor ein paar Wochen abgehaltene „Capital Markets Day 2019“ von Lufthansa hat hinsichtlich Eurowings zu einem gewissen Überraschungseffekt geführt. „Exit long-haul business and focus on short-haul only“ stand hier in der zugehörigen Präsentation - bis Ende 2020 sollte es soweit sein (die Unterlangen können hier heruntergeladen werden). Ein (klares) Signal für ein Ende der Eurowings-Langstrecken also, mit denen 2015 begonnen wurde - könnte man meinen.

Allerdings hat Eurowings danach über airliners.de erklärt, dass die Marke auf der Langstrecke erhalten bleibe. Dazu passt auch die Meldung von letzter Woche, bei der gleich mehrere neue Interkont-Verbindungen für 2020 angekündigt wurden - AviationNetOnline berichtete. Für Verwirrung ist trotzdem gesorgt - kommt der „EWexit“ nun nicht - oder doch? Unsere Redaktion hat bei Eurowings nachgefragt.

„Die hier angesprochene Neuausrichtung der Eurowings bei der Langstrecke ist keine grundsätzliche Abkehr, sondern eine organisatorische Veränderung - es wird keine Auswirkungen auf den laufenden Flugbetrieb bei Lufthansa und Eurowings geben und damit auch nicht für unsere Kunden“, erklärte Eurowings-Sprecher Florian Gränzdörffer gegenüber AviationNetOnline. Man werde in den nächsten Monaten die kommerzielle Verantwortung für Eurowings Langstreckenflüge in die Hände des Lufthansa Group Netzwerk Managements überführen. Diese Veränderung geschehe „hinter den Kulissen“ und sei für die Kunden nicht sichtbar.

Ab Wien sind derzeit keine Eurowings-Langstreckenflüge geplant (Foto: www.AirTeamImages.com).

Bisher geschahen Planung und Vermarktung gemeinsam mit Brussels Airlines, die ja nun aus dem Eurowings-Dunstkreis herausgelöst wird. Diese Bereiche werden künftig vom Netzmanagement in Frankfurt erledigt. Gebucht werden können Eurowings-Langstreckenflüge nun sowohl über die Lufthansa- als auch über die Eurowings-Website.

Für die Langstreckenflüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München wird diese Umstellung zum Winterflugplan 2019/20 vollzogen, die Interkont-Verbindungen in Düsseldorf folgen dann zum 1. Jänner 2020. An der aktuellen Flottenzusammensetzung (sieben Airbus A330 Operateur by SunExpress Deutschland und vier Airbus A330 operated by Brussels Airlines) soll sich in näherer Zukunft ebenfalls nichts ändern. Für die Passagiere gibt es allerdings schon eine Modifikation: Die SunExpress-Maschinen werden auch mit einer Business Class ausgestattet - und zwar bis zum Sommerflugplan 2020. Derzeit sind diese Flugzeuge neben der normalen Economy Class lediglich mit einer Premium Eco ausgerüstet.

Keine Änderung wird es zumindest in näherer Zukunft an der Zusammenstellung der drei Flughäfen geben, von denen Eurowings zu den touristischen Langstreckenflügen startet: Düsseldorf wird aufgrund der extrem starken Catchment Area genauso Teil des Interkont-Netzes sein wie Frankfurt und München, die auf Umsteiger aus den Lufthansa-Märkten abzielen, so Florian Gränzdörffer im Gespräch mit AviationNetOnline. Ein Markteinstieg für Langstreckenflüge in Wien - über den ja auch immer wieder spekuliert wird - ist momentan zumindest nicht geplant.

Autor: Martin Metzenbauer
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Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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