EuGH: Airlines haften nicht im Verantwortungsbereich von Veranstaltern

Gilt auch dann, wenn der Tour Operator pleite ist.

A320 (Foto: Thomas Ramgraber).

Reisende, die eine Pauschalreise gebucht haben, und deren Flug gestrichen wurde können ausschließlich bei ihrem Veranstalter eine Erstattung des bezahlten Geldes einfordern. Dies gilt auch dann, wenn der Tour Operator zwischenzeitlich Konkurs angemeldet hat. Diese Entscheidung verkündete der Europäische Gerichtshof am Mittwoch.

Hintergrund war, dass Urlauber aus den Niederlanden eine Pauschalreise nach Korfu gebucht hatten, jedoch wenige Tage vor Abflug die Flüge seitens Aegean Airlines storniert wurden. Ungeschickterweise meldete kurz darauf der Reiseveranstalter Insolvenz an. Daraufhin verklagten die Reisenden die Fluggesellschaft.

Der EuGH entschied, dass der Anspruch gegen Aegean Airlines nicht besteht, sondern ausschließlich gegen den Reiseveranstalter. Hierbei verweist das Gericht auch darauf, dass bei Pauschalreisen eine entsprechende gesetzliche Absicherung der Kundengelder besteht. Die Ansprüche daraus sind nicht mit jenen aus der EU-VO 261/2004 kumulierbar. Andernfalls würde dies zur einer ungerechtfertigten Schlechterstellung von Airlines führen, wenn diese für Verantwortungsbereich der Reiseveranstalter zur Haftung herangezogen werden könnten.

Autor: René Steuer
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René ist seit Oktober 2018 für Aviation Net tätig und bringt frischen Elan in die Redaktion.

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