EU plant massive Ausweitung der Fluggastdatenspeicherung

Auch Nutzer von Schiffen, Fernbussen und -zügen sollen erfasst werden. Auch die Bewegungen von Autobahnnutzern könnten künftig registriert werden.

Anzeigetafel am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die umstrittene Fluggastdatenspeicherung könnte in absehbarer Zukunft auch auf Fernzüge und –busse ausgeweitet werden. Selbst die Erfassung von Nutzern von Autobahnen wird momentan unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Terrorismus geprüft. Bereits die heutige Regelung ist massiv umstritten und wird von Datenschützern heftig kritisiert.

Der Guardian meldet, dass sich die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten weitgehend einig wären, dass die bisherige Fluggastdatenspeicherung auf Schienen-, Fernbus- und Straßennutzer ausgedehnt werden soll. Aus einem internen EU-Papier, das das Portal Statewatch veröffentlichte, geht gar hervor, dass einige Staaten die Speicherung auch auf Schiffsverkehre anwenden wollen.

Ganz neu ist dieses Vorhaben allerdings nicht, denn beispielsweise auf Eurostar- und Thalys-Verbindungen werden im Rahmen eines Testprojekts bereits Daten erhoben. Auch Belgien und das Vereinigte Königreich werden in Kürze derartige Daten auf internationalen Bus- und Schienenverbindungen sowie im Schiffsverkehr zwischen Belgien und dem Vereinigten Königreich aufzeichnen. Was genau mit diesen Daten geschieht und wer diese einsehen kann ist allerdings nicht sonderlich transparent.

Im Flugverkehr müssen Airlines bis zu 42 Parameter im Rahmen des PNR in eine Datenbank speichern, die von Sicherheitsbehörden wie der Grenzpolizei eingesehen werden kann. Die Speicherfrist ist national unterschiedlich geregelt und kann durchaus fünf Jahre und mehr betragen. Auch andere Staaten, darunter Japan, China, Kanada, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich (UK praktizierte die Aufzeichnung bereits vor Inkrafttreten der PNR-Verordnung der EU) führen ähnliche Datenbanken.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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