EU lockert Slot-Regeln

"Grandfathering" bis Juni ausgesetzt

(Foto: www.AirTeamImages.com)

Die Europäische Kommission hat wegen der Corona-Krise wichtige Regeln für den Erhalt von Start- und Lamderechten vorübergehend ausgesetzt. Demnach soll die sogenannte "Use it or lose it"-Vorschrift bis Juni nicht gelten. Nach der Kommission müssen noch Parlament sowie die Mitgliedstaaten zustimmen, was aber als Formsache gilt. Der Airline-Verband IATA und die deutsche Politik fordern schon seit Längerem eine Anpassung der Regularien.

Die 80/20-Regel besagt, dass Airlines ein zugeteiltes Zeitfenster in einer Flugplanperiode mindestens zu 80 Prozent nutzen müssen, damit sie den bestimmten Slot auch für die nächste Periode zugesprochen bekommen. Ansonsten geht die Zeitnische in einen großen Topf, aus dem die Koordinatoren der jeweiligen Länder neue Fluggesellschaften am Markt sowie andere Bewerber-Airlines bedienen.

Jedoch kommt es bedingt durch die Verbreitung von Covid-19 zu einer beispiellosen Flut an Flugstreichungen. Da die Kommission mit dem Schritt bislang zögerte, musste beispielsweise British Airways schon leere Maschinen hin und her fliegen, damit Slots nicht verfallen.

IATA fordert Nachbesserung
Die IATA begrüßte daher die Entscheidung der Kommission, sprach aber auch davon, dass dies nur ein "Minimum" der erforderlichen Maßnahmen sei. Das sogenannte "Grandfathering" (= Vererben der Slots) müsste statt nur bis Juni bis Oktober ausgesetzt werden, damit die Fluggesellschaften flexibel auf die aktuelle Lage reagieren könnten und Planungssicherheit hätten. Einen entsprechenden Antrag des Verbands will die Kommission bis zum 15. April prüfen.

Auch der Flughafenzusammenschluss ACI Europe zeigte sich angesichts der Kommission-Entscheidung erfreut. "Ein solcher Verzicht gibt den Fluggesellschaften die Rechtssicherheit, dass sie Strecken aussetzen und die von ihnen angebotene Kapazität reduzieren können, ohne ihren zukünftigen Anspruch auf Zeitnischen zu verlieren", heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig appellierte die Organisation an die EU-Verkehrsminister, eine "koordinierte, verhältnismäßige und vollständig WHO-konforme Covid-19-Politik sicherzustellen". Die Minister treffen sich in der kommenden Woche zu einer außerordentlichen Sitzun

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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