Es ist Zeit zu handeln

Ein wenig fühlt man sich an „Und ewig grüßt das Murmeltier“ erinnert, wenn die Airline-Chefs ihre Forderungen an die Politik richtet, den Single European Sky sowie den einheitlichen europäischen Markt doch endlich umzusetzen. Michael Csoklich berichtet aus Brüssel von der Tagung des europäischen Luftfahrtverbands A4E.

Foto: Jan Gruber.

Die Geschichte des geplanten einheitlichen europäischen Luftraums ist eine beinahe unendliche. Die Umsetzung scheitert seit Jahrzehnten an nationalen Egoismen, kein Staat will die Hoheit über den eigenen Luftraum aufgeben. „Wir haben dieselbe Streckenführung wie vor 30 Jahren, wir können es uns nicht leisten, noch länger zu warten“, wird IAG CEO Willie Walsh emotional, die Politik müsse endlich handeln. Die Fluglinien, alleine in Europa, investieren in den kommenden 10 Jahren 169 Milliarden € in neue Flugzeuge, die um 25% sauberer und auch leiser seien. „Die Politik möge bitte endlich ihre Hausaufgaben machen.“ Ein einheitlicher Luftraum würde kürzere Flugrouten bringen und eine effizientere Luftraumüberwachung. Als Folge könnten pro Jahr 25 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Und rund 17 Milliarden €, die die Ineffizienz sowie die sozialwirtschaftlichen Folgen derzeit im Jahr kosten, so die Airline-Chefs.

Einen einheitlichen europäischen Luftfahrtmarkt gibt es derzeit nur auf dem Papier. Er muss fertig umgesetzt werden, fordert der Verband der europäischen Fluglinien. Zu dem Markt gehören der vereinheitlichte Luftraum, eine europäische statt der nationalen und damit wettbewerbsverzerrenden Luftfahrtsteuern, einheitliche Flughafengebühren sowie effizientere Grenzkontrollen. Mehr Jobs und bessere, schnellere Verbindungen für die Passagiere wären die Folge. Spart ein einheitlicher europäischer Luftraum wie erwähnt rund 17 Milliarden Euro, würden die drei anderen Punkte noch einmal so viel bringen, rechnet A4E vor. 

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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