Emirates in Österreich: 15 Jahre und nicht müde

Seit 15 Jahren fliegt Emirates nach Wien und ist im Lauf der Jahre eine fixe Größe am Flughafen Wien geworden. Nicht nur wegen des Flaggschiffs A380, auch wegen des vielfach ausgezeichneten Produkts und der weltweiten Verbindungen. Michael Csoklich über den Jubilar.

Emirates-Österreich-Manager Martin Gross (Foto: Emirates Airline).

Martin Gross kann es selbst nicht glauben, dass er schon seit 15 Jahren in Österreich lebt und arbeitet. Er ist im März 2004 nach Österreich gekommen, um Österreich als Markt für Emirates zu erschließen. Aber nicht nur Österreich, sondern gleich Ost- und Südeuropa, von Prag bis Mazedonien. 

Am 1. Mai 2004 landete Emirates das erste Mal in Wien. Schon damals mit einem Großraumflugzeug, einem Airbus A330-200, vier Mal in der Woche. Aus vier Mal wöchentlich sind im Lauf von 15 Jahren zwei Mal täglich geworden. Einmal mit dem Flaggschiff A380, einmal mit einer Boeing 777-300ER, dem „Game Changer“. 

40 Personen arbeiten im Emirates-Büro in Wien, neben Regional-Direktor Martin Gross auch Commercial-Managerin Elisabeth Zauner. Martin Gross: „Ich bin sehr stolz auf dieses Jubiläum und möchte mich an dieser Stelle bei meinem Team für die ausgezeichnete Arbeit bedanken. Wir haben die Verbindungen nach Österreich in den letzten 15 Jahren kontinuierlich ausbauen können, was zeigt, wie wichtig der österreichische Markt für Emirates ist.“ 

In einer Mischung aus verwundert und belustigt erinnert sich Gross an die vielen Hürden, die die Konkurrenz mit Unterstützung der Verwaltung errichtet hat, um die Expansion von Emirates in Österreich zu blockieren. Sei es die Aufstockung der Flüge, sei es den Einsatz der A380 auf der Strecke nach Wien. Genutzt hat es am Ende nichts. 

Fasziniert ist Gross vom Umstand, wie beliebt die A380 bei den Passagieren ist. „Viele fragen bei der Buchung extra nach dem Flugzeug, bei der Besucherwelt am Flughafen Wien sind die Touren am beliebtesten, die die Landung der und einen Gang durch die A380 im Programm haben.“ 

Stark verändert hat sich auch das wirtschaftliche Umfeld. Die Konkurrenz hat in den vergangenen Jahren auch nicht geschlafen und Wien als Destination entdeckt. So fliegt Qatar Airways 17 Mal wöchentlich nach Wien und ist auch Turkish mit seinem Hub in Istanbul ein scharfer Konkurrent für Emirates. Die Konkurrenz in Verbindung mit hohen Ölpreisen und starken Währungsschwankungen hat dazu geführt, dass das Jahresergebnis von Emirates um 67 Prozent zurückgegangen ist. Jetzt liegt das Augenmerk auf Konsolidierung, nicht mehr so stark auf Wachstum. Die Kooperation mit FlyDubai soll ausgebaut werden, weitere Destinationen ins Programm kommen. Die A380 ist allerdings für viele potentielle Destinationen einfach zu groß, da kommen die neu bestellten, kleineren Flugzeuge wie A350 oder A330neo gerade recht. 

870 Sitze bietet Emirates von und nach Wien täglich an. Macht im Jahr 635.000 angebotene Sitze, 450.000 davon sind im Vorjahr laut Flughafen Wien verkauft worden. Martin Gross ist jedenfalls zufrieden und blickt zuversichtlich in die Zukunft. Auch in seine persönliche, denn er wird im kommenden Jahr 65 Jahre alt.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

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