Einstweilige Verfügung gegen Lauda

Chefin des von der Geschäftsführung nicht anerkannten Betriebsrates hätte an einem Staff Meeting am Donnerstag teilnehmen dürfen. Dieses wurde aber Mittwochabend kurzfristig abgesagt.
Letztes Update am 23. Jänner 2020 um 06:40 Uhr.

Turbulenzen im Hause Lauda (Foto: Thomas Ramgraber).

Die Seifenoper um Lauda und die Chefin des von der Geschäftsführung nicht anerkannten Betriebsrates - AviationNetOnline berichtete - geht in die nächste Etappe. Für Donnerstag dieser Woche war nämlich erneut ein Staff Meeting mit Flight Attendants angesetzt - das letzte Mal wurde dieses aufgrund der Anwesenheit der Chefin des Betriebsrates, der kurz vor der Wahl gekündigt wurde, abgesetzt.

Das neue Meeting hätte sie nun allerdings besuchen dürfen - und zwar per Gerichtsbeschluss. Das Arbeits- und Sozialgericht Korneuburg hat eine einstweilige Verfügung herausgegeben, wonach der Flugbegleiterin "Zutritt zu dem Firmenstandort (...) zu gewähren sei." Ausdrücklich wird dabei auch darauf hingewiesen, dass ihr von Lauda die Teilnahme am neuen Staff Meeting am 23. Jänner 2020 ermöglicht werden muss. Dazu wird es nun aber nicht kommen: Das Lauda-Management hat das Meeting am Mittwochabend kurzfristig abgesagt.

Die für Donnerstag geplante Sitzung im Lauda-Headquarter wurde am Mittwochabend von Seiten des Managements kurzfristig abgesagt (Foto: Jan Gruber).

Zur Vorgeschichte: Lauda kündigte der Mitarbeiterin (die bereits Betriebsrätin gewesen ist), bevor sie ein paar Tage später zur Vorsitzenden des Betriebsrats gewählt wurde. Das Unternehmen anerkennt diese Wahl daher nicht - ob sie rechtens war, wird ab Ende März vor dem zuständigen Landesgericht Korneuburg entschieden. In der Causa sind zwei Verfahren anhängig: Zum einen klagt die zur Vorsitzenden des Betriebsrats gewählte Mitarbeiterin gegen ihre Kündigung und zum anderen brachte Lauda eine Anfechtung der Betriebsratswahl ein.

Abgesehen von den aktuellen Querelen ist der Gewerkschaft noch ein weiterer Umstand ein Dorn im Auge: Wie berichtet, werden neu eingestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Leiharbeitsfirma Crewlink Ireland Limited angestellt - der Lauda-Kollektivvertrag kommt dabei nicht zur Anwendung.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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