EASA-Chef Ky: "737-Max-Wiederzulassung ist nicht absehbar"

Europa wird die Reihe völlig unabhängig von den USA prüfen.

Boeing 737-Max (Foto: Jan Gruber).

Während sich in den Vereinigten Staaten zumindest Gerüchte verdichten, dass in Sachen Wiederzulassung der Boeing 737-Max-Reihe durch die FAA zumindest eine Art Zeithorizont aufgekommen ist, sieht man bei der europäischen EASA die Lage gänzlich anders und pocht darauf, dass man einen eigenen Zulassungsprozess für Europa durchführen wird. Behördenleiter Patrick Ky deutete vor dem EU-Verkehrsausschuss unmissverständlich an, dass er und seine Mitarbeiter der Arbeit der FAA im Zusammenhang mit der B737-Max nicht trauen.

Für europäische Max-Betreiber könnte das zur Folge haben, dass auch bei einer Wiederzulassung durch die FAA ihre Jets weiterhin am Boden bleiben müssen. Ky kritisierte gegenüber dem EU-Verkehrsausschuss insbesondere den Umstand, dass die FAA Teile der Zulassung an Boeing übertragen hatte und die umstrittene Steuerungssoftware MCAS mangelhaft geprüft habe.

EASA-Chef Ky bekräftigte gegenüber den Politikern, dass seine Behörde „jegliche Änderung“ an der 737-Max-Reihe eigenständig prüfen und beurteilen werde. Hierbei betonte er auch, dass man dies völlig unabhängig von den Entscheidungen der FAA durchführen werde und „allein entscheiden“ werde, ob dem betroffenen Muster eine Wiederzulassung erteilt wird oder nicht. Besonders pikant: Aus der Sicht von Patrick Ky ist es völlig unabsehbar wann die 737-Max in Europa wieder abheben darf. Er kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Informationspolitik der FAA, die quasi Monat für Monat nach hinten verschiebt. Nach Abschluss der Prüfungen durch die Amerikaner werden die Europäer die Reihe genau unter die Lupe nehmen. Das wird abermals einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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