"Die Marke Max ist beschädigt“

Air-Lease-Corporation-Chef empfiehlt Boeing Umbenennung des Krisenfliegers

(Foto: www.AirTeamImages.com)

Es ist wieder einer dieser gut gemeinten Vorschläge, der die Verantwortlichen nerven dürfen. Nachdem bereits US-Präsident Donald Trump Boeing angesichts des monatelangen Groundings der 737-Max-Reihe Marketing-Ratschläge gab, kommt nun der Nächste: Steven Udvar-Hazy, der Chef des einflussreichen Leasingunternehmens Air Lease Corporation, empfahl Boeing, den Zusatznamen Max zu streichen.

"Wir haben Boeing gebeten, das Wort Max loszuwerden", sagte Udvar-Hazy laut „Flightglobal“ auf der Airline Economics Growth Frontiers-Konferenz in Dublin. Es gebe keinen Grund, warum die Jets nicht als 737-7, 737-8 und 737-9 bezeichnet werden könnten – schließlich würde Boeing dies selbst so handhaben. „In keiner der Unterlagen, die Boeing den Aufsichtsbehörden vorgelegt hat, ist auf Max Bezug genommen. Es handelt sich nur um ‚die 737‘."

Leasingraten kurzfristig geschädigt
Nach zwei Abstürzen mit fast 350 Toten wurde die 737-Max-Modellreihe im vergangenen Frühjahr mit einem weltweiten Bann belegt. Das Flugverbot hält seitdem an. In der Folge brach Boeings Umsatz ein und der Chef musste bereits seinen Posten räumen. Experte Udvar-Hazy sprach von einer Krise mit einem Ausmaß, das er in seinen 50 Jahren Branchenerfahrung nicht erlebt habe. „Die Marke Max ist beschädigt.“

Seiner Meinung nach würden Passagiere bei einem Flug mit einer 737 Max in Zukunft zögern. „Ein Faktor, der von Markt zu Markt variieren kann.“ Die Umbenennung des Flugzeugs könnte dazu beitragen, einige dieser Befürchtungen auszuräumen. Und auch für sein Unternehmen hat die Max-Krise folgen. Denn Air Lease Corporation hat bereits knapp 20 Jets des Typs an Kunden vermietet. Die Leasingraten würden zwar geschädigt, die Werte jedoch voraussichtlich 2021 wieder normal werden.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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