Die luftfahrtrelevanten Corona-Meldungen vom Wochenende

Neue Reisebeschränkungen und Warnungen von Konzernen.

(Foto: Pixabay)

Es wird immer deutlicher, wie sehr die Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Reisen mit Covid-19 zu kämpfen haben. Lufthansa gab bereits am späten Freitagabend bekannt, in den kommenden Wochen insgesamt 70 Prozent des gesamten Flugplans zu streichen und den Aktionären in diesem Jahr keine Dividende zahlen zu wollen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auch KLM reagiert mit drastischen Mitteln und will neben Kurzarbeit tausende Stellen abbauen. Welche Maßnahmen die niederländische Airline ergreifen will, lesen Sie hier.

Am Sonntagabend zog dann der Reisekonzern Tui nach. Der Branchenprimus kassierte das Gewinnziel für das laufende Jahr. Man müsse infolge der Pandemie einen erheblichen Teil der eigenen Reiseaktivitäten aussetzen, hieß es. Eine Prognose der Geschäftsentwicklung traut sich das Management angesichts der Belastungen nicht mehr zu, weshalb der Ausblick von Mitte Februar laut einer Mitteilung zurückgezogen wurde.

Und auch auf der anderen Seite des Atlantiks sind die Verluste greifbar: Allein für den März verzeichnet United Airlines nach eigenen Angaben 1,5 Milliarden Dollar weniger Umsatz als im Vorjahresmonat. Die Gehälter von Führungskräften sollen nun um die Hälfte gekürzt werden, um weitestgehend die Kapazitäten aufrechterhalten zu können.


Immer mehr Länder machen die Grenzen dicht:

  • Dänemark hat seit Samstagmittag die Grenzen dicht. Die Auswirkungen des Corona-Virus auf den Flugverkehr zeigen sich vor allem im Zusammenspiel mehrerer skandinavischer Staaten, wie Sie hier lesen können.
  • Deutschland schließt am Montagmorgen die Außengrenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz. Der Flugverkehr ist vermutlich nicht betroffen, denn die Maßnahmen habe man vor allem beschlossen, um Hamsterkäufe von grenznahen Ausländern zu verhindern, erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer.
  • Griechenland sperrt Reisende aus Albanien, Italien, Mazedonien und Spanien aus. Neben Grenzkontrollen ist nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" auch der Flugverkehr nach Spanien eingestellt.
  • Lettland will zwar die Grenzen für den Autoverkehr offen lassen. Doch alle internationalen Bus-, Fähr-, Flug- und Zugverbindungen sind ab Montag verboten. Air Baltic reagierte mit einem drastischen Schritt, wie Sie hier lesen können.
  • Auch Litauen hat neben einer landesweiten Ausgangssperre die Grenzen zugemacht. Es ist nicht gestattet, das Land zu verlassen oder zu betreten. Ausnahmen gelte für Diplomaten.
  • Österreich sperrt Reisende aus China, Frankreich, Großbritannien, Italien, dem Iran, den Niederlanden, Russland, der Schweiz, Spanien und der Ukraine aus. Unter anderem Lauda reagiert mit drastischen Kürzungen, berichtete AviationNetOnline hier.
  • Polen lässt ebenfalls keine Ausländer mehr ins Land. Polnische Staatsbürger können nach den Worten des Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki weiterhin ein- und ausreisen. Lesen Sie hier mehr. Zudem führt die Airline LOT im Auftrag des Staates Flüge in Urlaubsgebiete durch, um Bürger von dort zurück zu holen.
  • Tschechien untersagt die Einreise von Ausländern und die Ausreise von tschechischen Staatsbürgern. Daher dünnt Czech Airlines den Plan aus, wie Sie hier lesen können.
  • In der Türkei sind Samstagmorgen alle Flüge nach Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Norwegen, Österreich, Schweden, Spanien und in die Niederlande bis zum 17. April verboten. Zuvor hatte das Land schon die Verbindung nach China, in den Iran, den Irak, Italien und Südkorea eingestellt. Auch Einreisen aus den betroffenden Ländern sind untersagt. Lesen Sie hier mehr.

Aber nicht nur die Staaten in Europa schließen nach und nach ihre Grenzen. Auch wichtige Langstreckenmärkte machen dicht. Hier trifft es vor allem den wirtschaftsstarken USA-Markt: Am Samstag trat der von Präsident Donald Trump verkündete vierwöchige Einreisestopp für Europäer in Kraft. Allein Lufthansa hat ihr Angebot in die Vereinigten Staaten um über 80 Prozent eingedampft. Inzwischen sind auch die Briten von Trumps Ban betroffen.

Daneben greifen vor allem Uruguay und Vietnam hart durch und lassen Reisende aus selbst ernannten Risikogebieten wie China, Deutschland und Frankreich zwei Wochen lang nicht mehr ins Land. Weitere Länder haben zudem Quarantäne für ausländische Einreisende verordnet: Kolumbien, Neuseeland, Taiwan und Tunesien.

Der afrikanische Markt schottet sich ebenfalls ab:

  • Dschibuti hat bislang keinen bestätigten Fall, will aber zur Vorsicht alle internationalen Flüge aussetzen.
  • Ghana will ab Dienstag jedem, der in den vergangenen 14 Tagen in einem Land mit mehr als 200 Infektionsfällen war, die Einreise verwehren.
  • Nach Kenia dürfen nur noch Einheimische einreisen.
  • Südafrika will sogar rückwirkend für 20 Tage Visa von Menschen aus Risikogebieten aberkennen lassen, sagte Präsident Cyril Ramaphosa.
  • Tansania setzt Flüge nach Indien aus.

Deutsche Urlauber im Ausland können aufatmen: Sie kommen zurück nach Hause, unabhängig davon, ob die Airlines Flugpläne zusammenstreichen. Denn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur fliegt allein Lufthansa 15 Charter-Flüge im Auftrag von Reiseveranstaltern sowie Reedereien auf die Kanaren und in die Karibik. Die Hinflüge der Großraumjets A340 und Boeing 747 sollen demnach leer stattfinden.

Auch Österreich holt Reisende zurück ins Land. Lesen Sie hier mehr.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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