Die Drohnen kommen

Österreich will beim Trend zum Geschäft mit Drohnen vorne dabei sein. Airlabs soll helfen, die Entwicklung von Drohnen und ihren Einsatzgebieten zu beschleunigen.

Foto: Michael Csoklich.

Den meisten von uns sind Drohnen entweder ein unbekanntes Wesen oder ein geräuschvolles Ärgernis. Über die kommerziellen Nutzungsmöglichkeiten von Drohnen machen sich die wenigsten Gedanken. Schon jetzt werden Drohnen für Transporte verwendet, wie zum Beispiel bei der Paketzustellung, für Überwachungen, Schadensüberprüfungen oder Vermessungen. Künftig werden die Anwendungsgebiete deutlich vielfältiger werden. Besonders dann, wenn die Beschränkung fällt, dass Drohnen nur im vom Steuermann überblickbaren Bereichen fliegen dürfen. Damit werden Drohnen zu einem Faktor der Mobilitätsindustrie und bei Paket-, Logistik- und Personentransporten eine zunehmende Rolle spielen.

Österreich ist derzeit beim Trend zur Drohne gut im Rennen. So ist Schiebel mit seinem Camcopter Weltmarktführer bei Drohnen und FACC fertigt mit seinem Partner EHang eine Drohne für den Personentransport in Großstädten. In China ist diese Drohne bereits im realen Einsatz. 

Damit Österreich bei der Innovation, Fertigung und Vermarktung von Drohnen auch künftig eine führende Rolle spielen kann, wurde Airlabs gegründet. Airlabs steht für Aeronautical Innovation & Research Laboratories. Gesellschafter und Partner sind FACC, Schiebel, Frequentis und die Fachhochschule Joanneum. „Die ideale industrielle-wissenschaftliche Kooperation“, sagt Airlabs Geschäftsführer Joachim Edel. Mit an Bord ist auch die Wirtschaftskammer Österreich, die im Rahmen ihres Innovationsprogramms eine Partnerschaft mit Airlabs geschlossen hat.

„Es geht darum, aus der anwendungsorientierten Forschung konkrete Geschäfte zu entwickeln und Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt WKO Präsident Harald Mahrer bei der Präsentation in Wiener Neustadt. Einem Luftfahrtzentrum mit 1.600 Arbeitsplätzen, wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont.

Airlabs will helfen, die Drohnen vom Labor auf die Straße zu bringen, sagt Edel. Airlabs will Unternehmen dabei unterstützen, neue Konzepte mit Drohnen testen und umsetzen zu können. In Zusammenarbeit mit Austro Control sollen eigene Testgebiete dafür festgelegt werden.

Wenn Drohnen früher oder später zum Alltagsbild gehören werden, benötigt es Regularien. Wie beim Luftverkehr. Daran wird in der EU bereits gearbeitet. Und sie müssen in die Luftraumüberwachung integriert werden. Dafür bietet Frequentis bereits Lösungskonzepte an, die in Finnland auch schon erprobt worden sind.

Der Anstoß zum Projekt Airlabs kam von FACC. CEO Robert Machtlinger bezeichnet es „als einzigartig in Europa“ und als Chance, „für die Erforschung der autonomen Fliegerei weit über die Grenzen Österreichs hinaus einen wesentlichen Beitrag zu leisten“.

Autor: Michael Csoklich
Autor
Michael Csoklich ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten Österreichs und leitete über viele Jahre das Ressort Wirtschaft im ORF Radio. Er ist Moderator, Querdenker und arbeitet als freier Journalist für die Kleine Zeitung. Und seit 2016 schreibt er als Luftfahrtspezialist auf Aviation Net insbesondere über Spezialthemen.

    Special Visitors

    ANTONOV AIRLINES / UR-09307
    Russian Air Force / RA-85155
    Volga-Dnepr Airlines / RA-82042
    ROSSIYA / EI-UNP
    Antonov Airlines / UR-82007
    National Airlines / N952CA
    Atlantic Airways / OY-RCK

    Unsere Autoren

    Martin Metzenbauer

    Jan Gruber

    Michael Csoklich

    Carlo Sporkmann

    Granit Pireci

    Michael David