Deutschland: Regio-Airports fordern Stärkung ihrer Stellung

Soll nach Ansicht der Verbände auch zur Entlastung des Straßenverkehrs führen.

Flughafen Friedrichshafen (Foto: Peter Unmuth).

In Deutschland ist das eigene Auto noch immer der beliebteste Verkehrsträger, um in den Sommerurlaub zu reisen. Die Folge daraus ist auch, dass es zu erheblichen Staus, beispielsweise auf den Autobahnen, kommen kann. Selbstverständlich ist Deutschland hier kein „Ausreißer“, denn selbige Problematik ist analog auf fast alle anderen europäischen Länder anwendbar.

Die Interessensgemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. und die German Business Aviation Association e.V. weisen nun deutlich darauf hin, dass regionale Flugplätze durchaus Abhilfe verschaffen können, denn dadurch werden für Flugreisende beispielsweise die Anreisen zum Airport verkürzt.

 „Luftstraßen müssen nicht erst gebaut, sondern lediglich konstruiert werden und benötigen am Anfang und am Ende der Reiseroute einen Flughafen,“ betont IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer. „Von diesen“, ergänzt GBAA-Geschäftsführer Andreas Mundsinger, der die Interessen der Geschäftsluftfahrt vertritt, „haben wir viele.“ Sie müssten nur effektiver genutzt werden. In Anbetracht der langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen und Gepäckbändern, den Staus auf den Straßen zum Airport und den nicht ganz billigen Parkhäusern verwundere es, dass die Fluggesellschaften in der aktuellen Sommerflugplanperiode 130 Verbindungen weniger anbieten als im Jahr zuvor. Das entspreche dem Volumen eines kompletten Flughafens wie Hannover. So drängele sich der Hauptstrom der Urlauber wieder einmal an wenigen Punkten. „Würde man sie“, so Mayer, „stärker auf die oft unterschätzten Regionalflughäfen verteilen, könnte man viel Verkehr entzerren.“ 

Deshalb begrüßen die Verbände die jüngste Äußerung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der erklärt hatte, Mobilitätsangebote dürften sich nicht nur nach den Ballungszentren ausrichten. „Wir brauchen auch weiterhin“, so der Minister, „in den ländlichen Regionen gut aufgestellte Regionalflughäfen für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.“ Deshalb prüfe man, ob die Deutsche Flugsicherung auch den Flugverkehr an Regionalflughäfen koordinieren könne. „Dies wäre“, so IDRF-Vorsitzender Ralf Schmid, „ein klares Signal an die Regionalflughäfen, um sie finanziell zu entlasten.“ 

Schon lange fordern die Verbände eine Neuregelung des dezentralen Flugverkehrs und eine Stärkung der Regional-Airports. „Dies sollte“, so Schmid, „durchaus im Schulterschluss mit den größeren Flughäfen geschehen.“ Eine Stärkung der kleineren Airports ersetze keineswegs den bedarfsgerechten Ausbau großer. Eine zusätzliche Chance für einen entspannten Weg in die Ferien sehen die Verbände auch, wenn die Maßnahmen der Flugsicherung greifen und nationale Befindlichkeiten im Europäischen Luftraum abgebaut werden.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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