Deutschland plant Rettungsschirm für Tourismus

Oppositionsparteien plädieren für Staatsfonds.

(Foto: TUI AG)

Die deutsche Bundesregierung will nach AviationNetOnline-Informationen einen Rettungsschirm für die Reisebranche spannen. Es solle ein Härtefallfonds für Unternehmen der Tourismuswirtschaft, die von den Folgen der Corona-Krise in besonderem Maße betroffen sind, geben, heißt es aus Politikkreisen. Auch im Tourismusausschuss sei dies bereits Thema gewesen. Allerdings gibt es weiteren Gesprächsbedarf mit dem Finanzminister. Denn so würden zwar die bisherigen Corona-Hilfen auch von Unternehmen der Reisebranche "gut angenommen", doch brauche es noch weitere Angebote.

Im Ausschuss habe es laut Teilnehmern scharfe Kritik der Opposition gegeben. "Für die Tourismuswirtschaft ist faktisch nichts in den letzten zwei Monaten passiert", hieß es. Wertvolle Zeit sei verloren gegangen. Unternehmen, die keinerlei Gewissheit hätten, wann sie wieder Geld verdienen könnten, sei mit Krediten nicht geholfen: "Wir als Berliner Politik machen da keine gute Figur." Grüne wie Liberale befürworten einen zunächst aus Steuermitteln gespeisten Rettungsfonds.

Nach Zahlen des Ministeriums haben 90 Prozent der Betriebe im Tourismussektor die Möglichkeit des Kurzarbeitergeldes und 80 Prozent finanzielle Soforthilfen in Anspruch genommen. Auf Steuerstundungen wollen 40 Prozent der Unternehmen zurückgreifen. Unterm Strich seien für Kleinstbetriebe mit bis zu zehn Beschäftigten wie Reisebüros bereits KfW-Zahlungen in Höhe von 135 Millionen Euro zugesagt worden. Zum Vergleich: Für den Gesamtbereich der Gastronomie allein beträgt das Volumen bislang 1,1 Milliarden Euro.

Indes wird immer deutlicher, wie sehr die Branche unter Corona leidet. In den Monaten März und April verzeichnete die deutsche Tourismuswirtschaft Umsatzeinbußen im Umfang von 24 Milliarden Euro, sagte die Ministeriumsvertreterin. Die Arbeitslosenzahl stieg demnach um 200 Prozent. Laut einer Umfrage sähen sich zwei Drittel der Unternehmen am Rande der Insolvenz. Einbußen habe nicht nur die Kleinen, wie der Fall TUI zeigt.

Autor: Carlo Sporkmann
Redakteur
Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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