Deutschland: Petition zum Schutz der Arbeitsplätze gestartet

Verdi und Vereinigung Cockpit wenden sich an die Regierung der Bundesrepublik Deutschland.

Flughafen Köln/Bonn (Foto: Jan Gruber).

Die deutschen Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Verdi haben eine Petition organisiert, die sich an die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland wendet. Insbesondere wird gefordert, dass es staatliche Unterstützung nur dann geben darf, wenn es gleichzeitig Beschäftigungsgarantieren für die Mitarbeiter gibt. Die Unternehmen müssten die Sicherung der Jobs garantieren.

"Damit das System auch nach der Krise noch funktioniert, brauchen wir Arbeitsplatzsicherheit. Beschäftigte und Unternehmen im Luftverkehr müssen deshalb gleichermaßen geschützt werden“, so Markus Wahl, Präsident der Vereinigung Cockpit.

Die Petition kann online unter www.schutz.aero und schutz.vcockpit.de unterzeichnet werden.

Der offene Brief im Wortlaut:

Staatshilfen: von Allen für Alle - Jobs und Einkommen im Luftverkehr schützen!

Appell der Beschäftigten des Luftverkehrs -  für den Erhalt aller Arbeitsplätze und Einkommen angesichts staatlicher Milliardenhilfe.

Sehr geehrte Bundeskanzlerin,
sehr geehrte Damen und Herren des Kabinetts,

Die Luftverkehrsbranche liegt derzeit am Boden. Hunderttausende von Beschäftigten sind in Kurzarbeit oder stehen unmittelbar davor. Den Fluggesellschaften, Flughäfen und Dienstleistern geht das Geld aus. Niemand weiß, wie sich das Passagieraufkommen, die Airline-Strukturen und die Flughäfen nach der Krise entwickeln werden. Allen Beteiligten unserer Branche ist jedoch klar: Der ganze Luftverkehr wird sich in den nächsten Wochen und Monaten radikal verändern.

Ein reibungsloser Neustart der Branche, unter veränderten Bedingungen, kann nur gelingen, wenn die Infrastruktur des Luftverkehrs erhalten bleibt. Zur Sicherstellung der Infrastruktur müssen die Unternehmen nicht nur vor Insolvenzen geschützt werden, sondern auch wir, die Beschäftigten, müssen als das Rückgrat der Industrie vor Arbeitsplatzverlust geschützt werden.

Ohne Unterstützung wird die Branche es nicht schaffen. Wenn der Luftfahrtstandort Deutschland eine nachhaltig gesicherte Zukunft haben soll, benötigt der Luftverkehr jetzt staatliche Hilfen. Die ersten Luftverkehrsunternehmen bekommen Offerten für staatliche Milliardendarlehen. Neben dem Kurzarbeitergeld stehen Forderungen für Staatshilfen in Form von Darlehen bis zu einer direkten Staatsbeteiligung von Airlines im Raum. Auch die Flughafenbetreiber und Dienstleister fordern ihre Anteilseigner, Bund, Länder und Kommunen zu Finanzhilfen auf.

Wir begrüßen jede Form der Hilfe. Wir haben verstanden, dass die Bundesregierung Arbeitsplätze retten will. Die stete und nachhaltige Sicherung des Luftverkehrs hat für uns oberste Priorität. Diese Sicherung gibt es nur durch und mit uns. Denn WIR sind der Motor des Luftverkehrs. Schon jetzt sind viele von uns von hohen Einkommensverlusten betroffen und wissen nicht, wie sie ihre Miete zahlen sollen. Hinzu kommen Existenzängste, weil niemand weiß, ob wir nach Corona unseren Beruf noch ausüben werden.

Deshalb: Bei staatlichen Hilfe für den Luftverkehr erwarten wir die Sicherung der Arbeitsplätze und Einkommen. Staatshilfe ist: Wenn’s alle schützt. Als gewählte/r Vertreter/in der Bürger/innen verwalten Sie unsere Steuergelder. Wir appellieren an ihre Verantwortung. - Der Steuerzahler hat ein Recht zu wissen, wie und wofür seine Gelder verwendet werden. Transparentes Handeln und Beschäftigungssicherung müssen hier die Grundpfeiler des Verteilens sein.

Wir zählen auf Sie!

Ihre Unterzeichner*innen.

Die komplette Liste der Erstunterzeichner*innen und Nachzeichner*innen finden Sie unter

https://schutz.vcockpit.de/
www.schutz.aero

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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