Deutschland: Lufthansa kritisiert geplante Steuererhöhung heftig

Staat würde erhebliche Zusatzeinnahmen generieren.

Foto: Rolf Bewersdorf.

Die Deutsche Lufthansa AG wendet sich in ihrem jüngsten Politikbrief gezielt gegen die in Deutschland geplante Erhöhung der umstrittenen Luftverkehrssteuer. Diese soll zur Gegenfinanzierung von Steuerentlastungen für Bahnfahrkarten im Fernverkehr verwendet werden, doch der Kranich rechnet vor, dass der deutsche Staat gar mit einem kräftigen Gewinn aussteigen könnte.

Die Kosten für die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Zugtickets werden mit 500 Millionen Euro beziffert. Allein die Mehreinnahmen durch die geplante Anhebung der umstrittenen Luftverkehrssteuer würden – so Lufthansa – 780 Millionen Euro betragen. Unter dem Strich würde der deutsche Fiskus demnach satte 280 Millionen Euro zusätzlich lukrieren.

Lufthansa schreibt hierzu: „Niedrige Preise für die Bahn sollen Passagiere zum Umstieg auf den Zug motivieren. Wir sehen diese Querfinanzierung eines Staatsunternehmens auf Kosten von Luftverkehrsgesellschaften, Passagieren und (Kleinst-) Aktionären kritisch. Denn faktisch ist das unterstellte Verlagerungspotenzial auf die Bahn begrenzt. Zudem ist nicht der Ticketpreis für die meisten Menschen entscheidend, sondern eine kurze Reisezeit, zuverlässige und attraktive Bahnangebote sowie passgenaue Zubringerverbindungen zu den großen Flughäfen.  Dieser nationale Alleingang bringt erhebliche wirtschaftliche Nachteile, ohne ökologisch relevante Effekte. Der Luftverkehrsstandort Deutschland wird im internationalen Wettbewerb geschwächt. Besonders unverständlich ist, dass die Bundesregierung die innereuropäischen Strecken überproportional erhöht, obwohl dieser Verkehr Teil des europäischen Emissionshandels ist. Damit werden defacto subventionierte Staatsairlines außerhalb Europas zusätzlich durch die deutsche Bundesregierung unterstützt.“

Besonders heftig kritisiert Lufthansa, dass die Einnahmen aus der Ticketsteuer nicht in die Forschung alternativer Treibstoffe und Antriebsformen in der Luftfahrt fließen. Der Konzern behauptet, dass es zuvor hierfür „zahlreiche Zusagen“ gegeben habe, die nun nicht eingehalten werden.

 

 

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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