Deutschland: Lauda kann April-Gehälter nicht bezahlen

Bei Zustimmung zur Kurzarbeit soll in der ersten Maiwoche überwiesen werden. Mit der Vereinigung Cockpit will der Carrier nun doch sprechen.

Airbus A320 (Foto: Jan Gruber).

Die Fluggesellschaft Lauda informierte am Montag ihr in Deutschland stationiertes fliegendes Personal darüber, dass mangels Buchungen kein Geld vorhanden ist, um die April-Gehälter in Deutschland auszahlen zu können. Ohne Unterstützung durch die Kurzarbeit könne man mangels finanzieller Mittel nicht mehr bezahlen. Dies schreibt Personalchef Robert Wall in einem Anschreiben an die in Deutschland stationierte Belegschaft. Ohne Kurzarbeit gäbe es auch keinen Grund mehr die Lauda-Airbus-Operation in Düsseldorf und Stuttgart fortzusetzen.

Mit der Gewerkschaft Verdi ist man sich eigentlich einig und die Flugbegleiter erteilten dem Tarifvertrag Kurzarbeit auch ihre Zustimmung. Die Piloten allerdings nicht. Mit der Vereinigung Cockpit wollte das Unternehmen dem Vernehmen nach eigentlich nicht verhandeln. Laut dem Rundschreiben habe Verdi nun mitgeteilt, dass man die Vereinbarung mangels Zustimmung der Piloten nun vorläufig nicht honorieren kann. Die sogenannte Payroll-Deadline für April 2020 wurde nun sowohl für Flugbegleiter als auch für Flugzeugführer überschritten, so Robert Wall im Rundschreiben.

Der Personalchef ersucht nun die deutsche Belegschaft, dass diese ihre Gewerkschaften zur Zustimmung zur Kurzarbeit auffordern sollen und das bis Mittwochabend. So könne man sicherstellen, dass die Bezüge in der ersten Maiwoche ausbezahlt werden können. Konkret werden die deutschen Flugbegleiter ersucht, dass diese Verdi um ihre Zustimmung zur Kurzarbeitsvereinbarung bewegen sollen und gleichzeitig sollen die Piloten dafür Sorge tragen, dass diese entweder der Verdi-Vereinbarung zustimmen oder aber eine vergleichbare seitens der Vereinigung Cockpit vorgelegt wird.

Mit der VC will man nun doch sprechen, weist jedoch darauf hin, dass keine weitere Zeit mehr verloren gehen darf und bittet die Flugzeugführer darum, dass diese dann analog zu den Flugbegleitern zügig ihre Zustimmung zur Kurzarbeit erteilen sollen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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