Deutschland: Kurz will Grenzen öffnen, Merkel nicht

Völlig unterschiedliche Kommunikation der beiden Regierungen sorgt für Verwirrung.

Foto: Pixabay.

Angesichts des Umstands, dass die österreichische Bundesregierung wiederholt die Öffnung der Grenzen zu Deutschland angedeutet hat, um insbesondere den Tourismus ermöglichen zu können, jedoch die deutsche Regierung auf diesen Vorstoß in der Öffentlichkeit sehr zurückhalten verhält, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz nun, dass er damit rechnet, dass es in den kommenden Wochen zu einer Lösung kommen wird.

Der österreichische Politiker sagte, dass wenn die Ansteckungsrate in Deutschland ebenfalls gering ist, dass er keinen Unterschied sieht, ob man von Tirol nach Bayern oder Wien reist. Die schrittweise Wiederherstellung der Reisefreiheit wäre nicht nur für Tourismus und Wirtschaft wichtig, sondern auch für Privatpersonen, die beispielsweise grenzüberschreitende Verwandtschaftsverhältnisse haben. Kurz betonte, dass es nun wichtig ist, dass die Reisefreiheit mit jenen Ländern, die aufgrund niedriger Ansteckungsgefahr als sicher gelten, sehr rasch wiederhergestellt wird. Allenfalls könnte es auch eine Zwischenstufe mit erheblichen Lockerungen geben. Explizit für Deutschland sagte der Bundeskanzler, dass „in den nächsten Wochen“ eine bilaterale Lösung kommen wird.

Von deutscher Seite sind zumindest in der Öffentlichkeit weniger Eile wahrnehmbar, denn erst am Mittwoch verlängerte die Bundesrepublik die weltweite Reisewarnung bis „mindestens Mitte Juni 2020“. Der Nachbarstaat untersagt bis dahin seinen Einwohnern sämtliche touristische Reisen. Bis zu diesem Zeitpunkt will man jedoch gemeinsam mit den Nachbarstaaten und EU-Partnern die Lage laufend neu bewerten und sich mit diesen abstimmen. Bis „mindestens Mitte Juni 2020“ sind allerdings mit Stand Mittwoch keinerlei Lockerungen oder gar Öffnungen der Grenzen angedacht.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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