Deutschland bestätigt Spiegel-Bericht

Wirtschaftsstabilisierungsfonds liefert Finanzhilfe im Wert von rund neun Milliarden Euro und erhält Sperrminorität an der Lufthansa AG.

Foto: Martin Metzenbauer

Die Deutsche Lufthansa AG bestätigte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, dass das Management aktuell fortgeschrittene Gespräche mit Vertretern des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland zu der konkreten Ausgestaltung eines Stabilisierungspakets führt. Der "Spiegel" hat am Mittwoch darüber berichtet.

Das (allerdings noch nicht final vereinbarte) Konzept sieht Stabilisierungsmaßnahmen im Umfang von bis zu neun Milliarden Euro vor, davon drei Milliarden als Darlehen der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Daneben wird der WSF eine Stille Einlage leisten. Über eine Kapitalerhöhung zum Nennbetrag je Aktie, gegebenenfalls reduziert nach Kapitalschnitt, unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre mit entsprechendem Verwässerungseffekt soll der WSF ferner eine Beteiligung an der Deutsche Lufthansa AG in Höhe von 20 Prozent des erhöhten Grundkapitals als Aktien erhalten.

Daneben soll mit dem WSF eine Wandelschuldverschreibung vereinbart werden, die ebenfalls zum Nennbetrag im Falle eines öffentlichen Übernahmeangebots eines Dritten in weitere fünf Prozent plus eine Aktie umgetauscht werden kann. Die Wandelanleihe ist ohne diese Beschränkung jederzeit frei veräußerbar. Der WSF beabsichtigt, die mit den Aktien verbundenen Stimmrechte insgesamt nur in Ausnahmefällen wie dem Schutz vor einer Übernahme auszuüben. 

Über die Kapitalerhöhungen soll eine außerordentliche Hauptversammlung entscheiden. Die Gewährung der Stillen Einlage und die Kreditgewährung stehen unter dem Vorbehalt der Durchführbarkeit der Kapitalerhöhung.

Die erwarteten Auflagen betreffen insbesondere den Verzicht auf künftige Dividendenzahlungen und Beschränkungen der Managementvergütung. Außerdem sollen zwei Sitze im Aufsichtsrat in Abstimmung mit der Bundesregierung besetzt werden.

Die Deutsche Lufthansa AG setzt die Gespräche mit dem WSF mit dem Ziel fort, zeitnah einen Abschluss zu erreichen, um die Solvenz des Unternehmens nachhaltig zu sichern. Das Stabilisierungspaket bedarf der Zustimmung des WSF Ausschusses sowie von Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft. Es steht außerdem unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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