Deutscher Staat entschädigt Thomas-Cook-Kunden

Regierung beugt sich möglichen Amtshaftungsklagen.

B757-200 (Foto: Peter Unmuth).

Die Drohungen von diversen Anwälten die Bundesrepublik Deutschland im Nachgang der Thomas-Cook-Pleite auf Amtshaftung zu verklagen, haben offenbar Wirkung gezeigt, denn der Staat will nun jene Kunden, die nichts mehr aus der Insolvenzversicherung erhalten werden, entschädigen. Dies berichtet die ARD-Tagesschau unter Berufung auf eine offizielle Bestätigung seitens der deutschen Bundesregierung.

In Deutschland ist die maximale Haftung der Insolvenzversicherung von Reiseveranstaltern mit 110 Millionen Euro gedeckelt. Die Politik legte dies unter Missachtung einer EU-Richtlinie, die die vollständige Absicherung von Kundengeldern bei Pauschalreisen verlangt, fest. Hierfür stand das offizielle Deutschland im Nachgang der Thomas-Cook-Pleite im Kreuzfeuer der Kritik, denn zuletzt erklärte die Zürich-Versicherung, dass man bislang Forderungen in der Höhe von 250 Millionen Euro eingereicht bekommen habe. Damit reicht die gesetzlich gedeckelte Deckungssumme bei weitem nicht aus. Zahlreiche Rechtsanwälte kündigten bereits Amtshaftungsklagen gegen die Bundesrepublik Deutschland an. Nun scheint sich die Regierung dem potentiellen Risiko von Gerichtsprozessen, die nach Ansicht der Anwälte mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ungunsten der Bundesrepublik Deutschland enden würden, gebeugt zu haben.

Gerechnet wird damit, dass zwischen 300 und 500 Millionen Euro an Rückzahlungen anfallen werden. Der Staat will den Differenzbetrag, der sich nach Abzug der 110 Millionen Euro, für die die Zürich-Versicherung haftet, übernehmen. Dem aktuellen Informationsstand nach sollen so betroffenen Thomas-Cook-Kunden entschädigt werden, wobei noch keine Erklärungen gemacht wurden welche Schritte zu setzen sind, um an das Geld zu kommen.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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