Der Architekt der Einigung mit UFO

Das ist der Lufthansa-Vorstand Michael Niggemann

Kranich-Personalchef Niggemann: Einigung mit UFO. (Foto: Lufthansa)

In seiner noch jungen Amtszeit im Lufthansa-Vorstand ist Personalchef Michael Niggemann ein Kunstück gelungen, das dem Kranich-Konzern das Jahr retten soll. Nachdem sich angesichts immer neuer Streiks bereits ein Aufstand der Aktionäre auf der Konzern-Hauptversammlung Anfang Mai abzeichnete, knüpfte der promovierte Jurist Niggemann einen Gesprächsfaden, um den seit über zwei Jahren schwelenden Konflikt mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO zu befrieden.

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Und die Gemengelage ist kompliziert. Laut Beobachtern agierte Lufthansa in dem Konflikt zuletzt ohne erkennbare Strategie: Erst sei der Gewerkschaftsstatus von UFO infrage gestellt worden, dann sah Lufthansa davon ab und ließ die ehemalige Personalvorständin Bettina Volkens eine Einigung ausarbeiten, die Konzernchef Carsten Spohr anschließend aber wieder kassierte. Volkens musste daraufhin Lufthansa verlassen.

Mit Besonnenheit bei der Sache
Das ließ den leidenschaftlichen Boxer Niggemann von seinem Posten bei Swiss in den Vorstand der Konzernmutter aufsteigen. Eine Beförderung hinein in eine verfahrene Situation. Doch er legte viel Besonnenheit an den Tag, gibt man sogar bei UFO zu. Niggemann sei jemand, der die Dinge genau hinterfragt und dafür auch in Kauf nimmt, sich tief in die Materie einarbeiten zu müssen. "Ein echter Aktenfresser", sagt einer, der ihn noch als Oberjustiziar aus dem Lufthansa-Aufsichtsrat kennt.

Genau das scheint ihm auch beim Rangieren im festgefahrenen Konflikt mit UFO geholfen zu haben. Niggemann habe die Lage erst einmal gründlich sondiert, sich die Positionen beider Seiten angehört und dann eine nüchterne Risikoabwegung vorgenommen. "Vermutlich war ihm bewusst, dass die Aktionäre auf die Barrikaden gehen würden, wenn es noch einmal zu Streiks kommt, bei dem Hunderte Flugzeuge still stehen. Da wird es für ihn logisch gewesen zu sein, eine Einigung mit der Gewerkschaft zu erzielen und den Konflikt nicht weiter anzuheizen."

Vermutlich sei ihm persönlich gar nicht so recht, dass ihm nun der Erfolg der Einigung zugeschrieben wird. Niggemann gilt als schüchtern. "Er ist nicht jemand, der die große Bühne sucht. Ganz anders, also so manch anderer Manager im Konzern."

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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