Corona-Virus: Starke Auswirkungen auf AUA-Langstrecke

China-Strecken werden für mindestens ein Monat gestrichen. Flugzeuge werden auf Europa-Routen eingesetzt und gehen in die Wartung. Keine Angaben zu finanziellen Folgen.

Die Boeing 767-300ER von Austrian Airlines wurde zuletzt auf sieben der 11 Langstreckenverbindungen eingesetzt (Foto: Thomas Ramgraber).

Seit 30. Jänner 2020 hat Austrian Airlines ihre Flüge von Wien nach Peking sowie nach Shanghai aufgrund der Krise rund um das Corona-Virus pausiert. Vorerst soll es bis inklusive 29. Februar 2020 keine Flüge zu diesen beiden Destinationen geben. "Nach der Sicherheit für unsere Passagiere und Mitarbeiter ist zweitrangig auch die verschlechterte Buchungslage auf diesen Strecken ein Grund für die Einstellung", heißt es dazu auf der AUA-Website. Ob es ab März wieder Austrian-Flüge zwischen Österreich und China geben wird, scheint vor diesem Hintergrund fraglich.

Doch welchen Einfluss hat die vorübergehende Einstellung der China-Flüge auf die ohnehin angespannte finanzielle Situation von Austrian Airlines? Von der Fluglinie selbst gibt es dazu keine Infos: "Die finanziellen Auswirkungen können derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Dafür ist es noch zu früh", so ein Sprecher gegenüber AviationNetOnline.

Im Winterflugplan ist die AUA zuletzt fünfmal pro Woche mit der Boeing 767-300ER zwischen Wien und Peking sowie viermal wöchentlich mit der Boeing 777-200ER zwischen der österreichischen Hauptstadt und Shanghai geflogen. Damit wurden hin und zurück pro Woche 2.110 respektive 2.448 Sitze angeboten - oder umgerechnet mehr als 18 Prozent der gesamten Langstreckenkapazität von Austrian Airlines.

Die beiden chinesischen Destinationen zählten hinsichtlich der wöchentlichen Sitzplatzkapazität zuletzt zu den "Top 5" der Langstreckenverbindungen von Austrian Airlines.

Darüber, wie hoch der Verlust durch die vorübergehende Einstellung der beiden chinesischen Ziele sein wird, lässt sich nur spekulieren. Tatsache ist allerdings, dass im Februar bei einer vorsichtig geschätzten Auslastung von 75 Prozent mehr als 13.600 Langstrecken-Sitzplätze leer bleiben. Die Umsatzeinbußen dadurch dürften wohl im höheren einstelligen Millionenbetrag liegen - über den Einfluss auf das Betriebsergebnis lässt sich nichts sagen, da nicht bekannt ist, wie lukrativ die beiden Strecken bislang gewesen sind.

Trotz der Unterbrechungen auf den beiden Strecken und deren finanziellen Folgen versucht man bei Austrian Airlines das Beste aus der Situation machen: "Um die Einsatzpause der betroffenen Flieger möglichst sinnvoll zu nutzen, führen wir nötige Wartungsarbeiten durch oder ziehen diese - wenn möglich - vor. Darüber hinaus stehen die freien Kapazitäten als Reserve bei etwaigen Ausfällen zur Verfügung. Wegen des Sturms 'Sabine' konnten wir so am Sonntag nach London und am Montag nach Amsterdam jeweils eine Boeing 777 einsetzen, um Passagiere von Flügen, die wegen des Sturms gestrichen werden mussten, mitnehmen zu können", so der Austrian-Sprecher.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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