Corona-Probleme in den USA treffen Lufthansa hart

Normalität nicht in Sicht.

Airbus A350-900 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die in den Vereinigten Staaten äußerst kritische Lage im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus könnte sich für Netzwerkcarrier wie Lufthansa äußerst nachteilig erweisen. Nach Ansicht des Fachmagazins “Der Aktionär” leiden insbesondere Airlines, die auf das Hub-and-Spoke-Konzept setzen, besonders darunter, dass die einst hochprofitablen Transatlantikverkehre nicht oder nur äußerst eingeschränkt betrieben werden können.

Die Zeitung schreibt, dass der MDAX-Konzern Lufthansa vor dem Ausbruch der Pandemie zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika die höchsten Gewinnmargen erzielen konnte. Unter Berufung auf Kranich-Chef Carsten Spohr berichtet “Der Aktionär”, dass die Nachfrage auf den Langstrecken “eher enttäuschend ausgefallen” ist. Innerhalb von Europa sollen Neubuchungen und Auslastung allerdings über den ursprünglichen Erwartungen, die vorsichtig niedrig angesetzt wurden, liegen. Laut Spohr ist normalerweise die Hälfte der Langstreckenflugzeuge für Transatlantikflüge in die USA eingeplant. Er hofft nun darauf, dass sich der Verkehr ab September 2020 wieder normalisieren wird.

Das Fachmagazin “Der Aktionär” ist in diesem Zusammenhang allerdings ganz anderer Ansicht und verweist darauf, dass das Verhalten und die Entscheidungen von U.S.-Präsident Donald Trump derzeit unberechenbar sind und es seiner Regierung bislang nicht gelungen ist die Pandemie auch nur ansatzweise eindämmen zu können. Weiterhin gibt es in den Vereinigten Staaten so viele Neuinfektionen wie in keinem anderen Land der Welt. Dazu kommt, dass Trump weiterhin EU-Bürgern die Einreise in die USA untersagt und umgekehrt die Europäische Union die Vereinigten Staaten mittlerweile auf die Liste der unerwünschten Einreisenden gesetzt hat. Derzeit bleiben den Airlines als Kunden daher nur wenige Ausnahmen wie Diplomaten oder Nicht-EU-Bürger, die auf einem Hub in der Union umsteigen. Profitabel können so Langstreckenflüge allerdings nicht betrieben werden.

Das Frachtgeschäft soll zwischen den beiden Kontinenten wieder gut angelaufen sein, doch der Passagierverkehr wird solange beiderseits harte Einreiseverbote bestehen nicht wirklich in Schwung kommen. Eine hohe Nachfrage kann daher nicht bestehen, denn nur sehr wenige Menschen kaufen ein Flugticket, das ihnen in Ermangelung der Einreiseberechtigung nicht viel bringt. Das Fachmagazin “Der Aktionär” ist der Ansicht, dass sich der Transatlantik-Verkehr angesichts von rund 50.000 Neuinfektionen pro Tag noch länger nicht normalisieren wird. Man geht dar davon aus, dass sich die Lage in den Vereinigten Staaten noch rapide verschlechtern wird. Somit sind Lockerungen im Reiseverkehr nicht absehbar und darunter sollen insbesondere Netzwerkcarrier wie die Lufthansa Group besonders leiden, da das profitable Geschäft noch länger ausfallen könnte.

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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