Corona: Luftfahrtindustrie in Hamburg nahezu komplett gelähmt

Zwei Drittel waren in Kurzarbeit.

(Foto: Thomas Ramgraber)

Während der Corona-Hochzeit sind fast 75 Prozent der Angestellten in Hamburgs Luft- und Raumfahrtindustrie in Kurzarbeit gewesen. Insgesamt waren 23.200 der rund 31.000 Angestellten betroffen, heißt es in Dokumenten der Bundesregierung, die AviationNetOnline vorliegen. Insolvenzanträge habe es bis Mai keine von Unternehmen aus dem Bereich gegeben. 

In Hamburg sind mit Airbus und Lufthansa Technik zwei Größen der europäischen Luftfahrtindustrie beheimatet. Der Flugzeugbauer kündigte bereits an, rund um die Metropole gut 2000 Stellen streichen zu wollen. Die Techniktochter des Kranich-Konzerns will auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten – doch auch hier rechnen Mitarbeiter mit tiefen Einschnitten. 

Neben den beiden großen Unternehmen sind laut Regierung gut 300 Zulieferbetriebe in Hamburg angesiedelt und wegen der Corona-Pandemie in akuter finanzieller Not. So befürchtet wird eine Sog-Wirkung des Personalabbaus bei Airbus befürchtet: "Durch den massiven Stellenabbau bei Airbus werden auch Zulieferbetriebe folgen."

Millionen-Hilfen an die Hamburger Luftfahrtindustrie 

Die Luftfahrtindustrie in Hamburg ist stark durch die zivile Luftfahrt geprägt. Verbände schätzen, dass die Corona-Krise zu einem Umsatzrückgang für die Luftfahrtindustrie im Großraum von schätzungsweise 40 bis 50 Prozent im Vergleich zu 2019 führen wird. Aufgrund der laufenden Pandemie sind diese Prognosen jedoch mit erheblicher Unsicherheit behaftet.

Allerdings sieht die Regierung die Lage der Betriebe nicht zu dramatisch: Die Unternehmen könnten die derzeitige pandemiebedingte Krise ggf. unter Inanspruchnahme der staatlichen Hilfsprogramme überwinden. Von den bislang aus dem KfW-Sonderprogramm ausgezahlten Geldern in Höhe von 2,5 Milliarden Euro sind 16 Millionen Euro an Unternehmen in Hamburg geflossen.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als freier Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet hauptsächlichh über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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