China-Flugstopp hat für Lufthansa Folgen

Konkurrentin Air France/KLM warnt vor Millionenschaden

(Foto: Jan Gruber)

Dass das Corona-Virus – wie von der ICAO jüngst prophezeit – nicht nur chinesische Airlines hart trifft, lassen am Donnerstag unter anderem zwei Meldungen des Lufthansa-Konzerns vermuten. Der Kranich beziffert den Schaden durch den Lungenkrankheitserreger zwar noch nicht genau, aber es wird deutlich, dass die finanziellen Einbußen nicht gering sein werden. Konzernweit halten Lufthansa, Austrian und Co. aktuell dauerhaft 13 Langstreckenjets am Boden, sagte ein Sprecher zu AviationNetOnline.

Die Flugzeuge sind eigentlich für die rund 50 wöchentlichen China-Flüge der Airlines gedacht, doch die sind bis Ende des Winterflugplans ausgesetzt. Da dadurch allerdings auch wichtige Beiladefrachtkapazitäten wegfallen, hält Lufthansa Cargo weiterhin an einigen wenigen wöchentlichen Umläufen ins Reich der Mitte fest – und erhöht die Zahl für die kommenden Woche wieder.

Wie ein Sprecher unserer Redaktion sagte, sind in der kommenden Woche sieben Rotationen auf Strecken zwischen Frankfurt und dem chinesischen Festland geplant. Das sind ungefähr die Hälfte der in einer normalen Winterwoche ins asiatische Land angesetzten Frachtflüge und so viele wie seit Wochen nicht mehr. Aber: Veränderte Einreisebeschränkungen könnten die Planungen laut der Fracht-Airline jederzeit zunichte machen.

Air France/KLM erwartet Millionenverlust
Mit genauen Zahlen, wie hart der Konzern durch Corona getroffen wird, hält sich Lufthansa noch zurück und verweist auf die Bilanzpressekonferenz Mitte März. Konkurrent Air France/KLM prescht hingegen vor. Der Konzern rechnet wegen des Erregers zwischen Februar und April mit einer Belastung in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro. Flüge in das Land sind bis April ausgesetzt.

Indes steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus nicht mehr so stark wie in den vergangenen Tagen, was Experten zufolge aber vor allem an einer geänderten Zählweise liegt. Wie aus einem Papier der chinesischen Gesundheitskommission hervorgeht, sollen nur noch durch Labortests bestätigte Infektionsfälle gezählt werden. In der besonders betroffenen Region Hubei wurden in der vergangenen Woche auch Diagnosen registriert, die auf einer Kombination von Faktoren wie etwa Lungenbildern und dem körperlichen Zustand beruhen.

Bis Donnerstagmittag europäischer Zeit waren weltweit fast 76.000 Infizierte gemeldet, über 2100 Menschen starben bislang an dem Erreger.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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