Bundesheer Quo Vadis - Ein Kommentar

Foto: Peter Unmuth

Die jährliche Pressetour der Österreichischen Luftstreitkräfte zeugt vom Bemühen der verantwortlichen Köpfe innerhalb des Heeres, ein positives Image in der Öffentlichkeit erzeugen zu wollen. Man lädt Pressevertreter zu sich ein, erzählt ein bisschen etwas über die Struktur innerhalb der Truppe und führt dann Mensch und Maschine zur Schau, um von der Schlagkraft unserer fliegenden Einheiten Zeugnis abzulegen.

Die Marketingabteilung des Bundesheeres hat ganze Arbeit geleistet, alles klappt wie am Schnürchen, die Pressefotografen kommen zu teilweise spektakulären „Abschüssen".
Und doch, ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Um eines vorweg zu nehmen: Die verantwortlichen Offiziere, die uns durch die Tage geleitet haben, leisten vorbildliche und großartige Arbeit. Gerade was die Ausbildung und Skills unserer Einsatzpiloten betrifft, kann sich Österreich mit der Weltspitze messen. Es ist ein denkbar schwieriger Einsatzbereich bei unseren Streitkräften, keiner murrt und beschwert sich, jeder tut das für seine Verwendung Vorgesehene. Ein bisschen journalistisches Feingefühl jedoch vorausgesetzt, die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt gestellt, offenbart sich zwischen den Zeilen prompt großer Frust und Resignation.

40 Jahre altes Fluggerät, zu Tode eingesetzt und kaputtgewartet, ein 500 Mio. Euro Sparpaket dem sämtliche Investitionen zum Opfer fallen, und ein ehemaliger Zivildiener als Minister, der unsere Streitkräfte nur mehr als Katastrophenhelfer zu sehen scheint.

Anfang März diesen Jahres erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Artikel mit dem Titel „Viele Offiziere, wenig taugliches Gerät"?. Begriffe wie „Technisch veraltet und finanziell ausgemergelt"? und „betätigungslose Stabsfunktionen"? fallen. Wie muss erst das Selbstbild im Lande sein,wenn schon über unsere Grenzen hinaus der Hohn ertönt?

Bundesheer - wo gehst du hin? Nachdem eigentliche und ureigene Aufträge nur mehr in Facetten wahrgenommen werden (können) - Stichwort: Landesverteidigung - ist das in der Öffentlichkeit besetzte Bild des Helfers in Katastrophenfällen weithin dominant. Sicherlich, die Hilfe von Soldaten mit entsprechendem Gerät und Ausbildung ist oft unerlässlich, bereits oben angesprochene Kernkompetenz unserer Streitkräfte scheint jedoch langsam aber sicher in der Trivialität der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Es scheint fast so, als ob der Leitspruch „Schutz und Hilfe"? im Hinblick auf Naturkatastrophen dafür verwendet wird, um unliebsame (Auslands-) Missionen wie zum Beispiel im Sudan, in der Öffentlichkeit zu legitimieren.

Es tut einem weh, unser Heer so am Tropf zu sehen. Die „"„nderungen"? die es unter der Reformkomission Zilk gegeben hat sind schon längst obsolet - „Bundesheer 2025"? ist die neue, visionäre Zielvorgabe der verantwortlichen Köpfe. Es bleibt abzuwarten, ob in 15 Jahren von einem Heer überhaupt noch zu sprechen sein wird.

Autor: Ulrich Hajek
Das ist der Kurztext zu Ulrich Hajek.

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