Bulgarian Eagle ebenfalls am Ende

Germania-Schwester ist laut Behördenangaben pleite.

Airbus A319 (Foto: www.AirTeamImages.com).

Die Germania-Konzernschwester Bulgarian Eagle ist laut Behördenangaben ebenfalls pleite. Das Unternehmen flog zuvor nahezu ausschließlich im Auftrag der deutschen Ferienfluggesellschaft und hob seit deren Pleite nicht mehr ab. Geschäftsführer Siegfried Jähn reichte den Antrag bereits am 7. März 2019 beim Stadtgericht Sofia ein. Ein Scan des Dokuments kann hier eingesehen werden.

Die zuständige Zivilluftfahrtbehörde erklärte gegenüber AviationNetOnline, dass aufgrund der Geschäftstätigkeit als Charter und ACMI-Anbieter ohne Linienflüge auf eigene Rechnung keine Einzelplatztickets betroffen wären. Es habe laut jenen Angaben, die das Unternehmen gegenüber den zuständigen Behörden Bulgariens machte, final Probleme bei der Bezahlung der Wartungskosten einer Maschine gegeben, die seither in Prag abgestellt ist und durch den Auftragnehmer nicht freigegeben wird.

Die Flotte, die aus zwei Airbus A319 besteht, ist von der deutschen Germania geleast und wurde konzernintern dry an Bulgarian Eagle vermietet, die ihrerseits das Fluggerät wet wieder zurückmietete. Durch diese Konstellation ist der bulgarische Ableger stark von den Insolvenzen der Konzernmutter und der operativen deutschen Schwesterairline betroffen. Das Bulgarian Eagle betreffende Verfahren wird in Bulgarien abgewickelt.

Für die Germania Fluggesellschaft mbH befindet sich der Insolvenzverwalter momentan in Verhandlungen mit einem Investor. Laut verschiedenen Medienberichten soll es sich dabei um ein nicht näher genanntes Unternehmen aus Düsseldorf handeln, das den Neustart des Carriers unter der Marke Germania mit zehn Flugzeugen per 1. Mai 2019 anstrebt. Auch wurden die Mitarbeiter des Unternehmens bereits über den Stand der Dinge informiert.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg wollte gegenüber AviationNetOnline nicht bestätigen, dass man schon weit fortgeschritten wäre oder es gar zu einem Abschluss mit einem Investor gekommen wäre und verweist darauf, dass man "Gerüchte weiterhin nicht kommentieren werde".

Autor: Jan Gruber
Leitender Redakteur
Jan ist seit 2012 für Aviation Net zunächst als Redakteur und seit Oktober 2013 als Leitender Redakteur tätig. Zuvor war er bei Österreichischem Rundfunk und Österreichischem Wirtschaftsverlag redaktionell beschäftigt. Jan studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und interessiert sich seit seiner Kindheit für Luftfahrt. Seine Spezialgebiete bei Aviation Net sind die Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region, Low-Cost-Airlines und Themen, die ausdauernde und tiefgehende Recherchen erfordern...

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