Budweis: "Behörde arbeitet mit Hochdruck"

Auf dem tschechischen Flughafen sollen ab Ende Oktober kleinere Jets starten und landen - für 2020 sind erste Linienflüge geplant.

Terminal des Flughafen Budweis (Foto: Thomas Magyar - TM Fotoservice).

Für Verwirrung hat vor kurzem ein Posting des Flughafens Budweis hinsichtlich des Termins für den Start des kommerziellen Flugbetriebes gesorgt. AviationNetOnline hat bei Dieter Pammer - seines Zeichens Head of Airline Marketing & Touroperator Management am tschechischen Airport nachgefragt, was es jetzt mit den Verzögerungen im Details auf sich hat.

AviationNetOnline: Warum kann der Jet-Betrieb erst 2021 und nicht wie geplant 2020 losgehen?

Dieter Pammer: Wir starten den Jet-Betrieb mit 30. Oktober 2019 für Strahltriebwerke-Luftfahrzeuge bis zu einer Spannweite von 24 Metern - also zum Beispiel Embraer 145 oder Dornier 328 Jet. Momentan läuft der Testbetrieb für Turboprop-Flugzeuge bis zu dieser Wingspan, also beispielsweise Let-410, ATR42 oder Dornier 328. Dies wurde von der Zivilen Luffahrtbehörde CAA so bestimmt und ist Teil des Audit-Verfahrens. Dabei werden dann die Genehmigungen Schritt für Schritt erweitert: Nach Einhaltung und Erfüllung der Auflagen werden wir 2020 für den Flugbetrieb für Muster wie Airbus A320 oder Boeing 737 autorisiert und vorbereitet. Anschließend wird der Airport auf das operative geplante Flugprogramm eingespielt.

AviationNetOnline: Wird es im kommenden Jahr bereits Linienflüge mit kleinerem Fluggerät geben?

Dieter Pammer: In der Planung 2020 sind Linienflüge mit Turboprop- und Jet-Engine-Aircraft geplant: Vorerst Commuterflüge und Hub-Feeder-Services - aber auch Ferienflüge.

AviationNetOnline: Vor einigen Wochen wurde der Flughafen kurzfristig geschlossen. Was waren die Gründe dafür?

Dieter Pammer: Der Airport wurde lediglich für eine technische Landung für 15 Minuten geschlossen. Seit der Eröffnung läuft der Flugbetrieb nonstop durch.

Der Österreicher Dieter Pammer kümmert sich in Budweis unter anderem um das Airline Marketing (Foto: Flughafen Budweis).

AviationNetOnline: Angeblich gibt es auch Probleme mit der Flugsicherung am Airport und der tschechischen Zivilflugbehörde CAA. Können Sie uns dazu informationen geben?

Dieter Pammer: Wir befinden uns zur Zeit in der Audit-Phase, und gehen dabei Hand in Hand mit der Zivilen Luftfahrtbehörde alle notwendigen Schritte durch. Dabei handelt es sich um einen mächtigen Prozess, bei dem genau und intensiv geprüft wird. Es ist ein sehr komplexes Standardverfahren, das sehr aufwändig ist - alle Teilnehmer bemühen sich aber mit besten Know-How diese Anforderungen zu erfüllen. Auch die angesprochene Behörde arbeitet mit Hochdruck, um so schnell wie möglich alle Voraussetzungen für den Vollbetrieb zu gewährleisten.

AviationNetOnline: Wie sieht es mit der geplanten Stationierung eines Flugzeuges aus?

Dieter Pammer: Hier sind wir Opfer der langfristige Außerdienststellung der Boeing 737 MAX geworden. Das geplante Stationierungsprojekt verschiebt sich dadurch um ein Jahr und unsere Ferienflüge müssen mit einem anderen Aircraft-Typ geplant werden. Das Projekt wird aber bis 2021 mit einer Alternativ-Type durchgeführt und von den touristischen Partnern umgesetzt.

Autor: Martin Metzenbauer
Herausgeber und Chefredakteur
Martin gründete 2004 aufgrund seines starken Luftfahrtinteresses Aviation Net. Er liebt das Fliegen und Reisen– und schreibt darüber natürlich auch gerne.

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