Boeing verschiebt Max-Neustart

Konzern peilt Wiederzulassung zur Jahresmitte an

737 Max: Boeings größtes Problem. (Foto: Boeing)

US-Flugzeugbauer Boeing gibt sich in der Max-Krise pessimistisch. Man rechne damit, dass die nach zwei Abstürzen mit hunderten Toten gegroundeten Jets der 737-Max-Modellreihe erst im Sommer wieder die Starterlaubnis von der amerikanisch Luftaufsichtsbehörde FAA bekommt. Diese Einschätzung basiere auf "unseren bisherigen Erfahrungen mit dem Zertifizierungsprozess", teilte der Konzern am Dienstagabend mit.

Man sei bemüht, regelmäßig die "bestmögliche Schätzung" für die Wiederzulassung des Jets abzugeben, um Airlines und Lieferanten bei der Planung ihrer Betriebsabläufe zu unterstützen. "Wir bedauern die anhaltenden Schwierigkeiten, die das Grounding der 737 Max unseren Kunden, unseren Aufsichtsbehörden, unseren Lieferanten und der fliegenden Öffentlichkeit bereitet hat." Bei Vorlage der Finanzzahlen kommende Woche will Boeing weitere Informationen zum Max-Neustart geben.

Die Aktien von Boeing gaben im US-Handel unmittelbar nach der Ankündigung um fünf Prozent mach. Denn die Anleger hatten wie viele Experten auf einen baldigen Neustart gesetzt. So hatte Boeing wiederholt den Jahresbeginn als Termin für die Wiederzulassung genannt, war nach Kritik der FAA an konkreten Zeitplänen aber immer schwammiger geworden.

Orientiert sich die EASA weiter an der FAA?
Unklar ist, was die Ankündigung für die Wiederzulassung in beispielsweise Europa bedeutet. Bislang führt die Luftsicherheitsbehörde des Landes, in dem der Hersteller seinen Unternehmenssitz hat - bei Boeing ist es die FAA - den Zertifizierungsprozess federführend durch. Die Europäer (EASA) haben sich in einem bilateralen Abkommen dazu verpflichtet, größtenteils dieses Testat zu übernehmen. Nachdem in der Max-Krise auch Kritik an der Arbeit der FAA aufgekommen war, brachte die EASA eigene Prüfungen von neuen Boeing-Flugzeugen ins Gespräch. Dies könnte die Wiederzulassung um Monate hinauszögern.

Entscheidend ist laut Beobachtern auch, wann zudem die Produktion der Baureihe wieder anläuft. Boeing hatte die gerufene der 737-Max-Flugzeuge zu Jahresbeginn eingestellt, weil sich auf dem Gelände des Werks in Seattle hunderte Jets stehen; die zwar fertig sind aber nicht an die Airlines übergeben werden dürfen. Ein Hochfahren der Produktion ist nach Monaten des Stillstandes nicht ohne Weiteres möglich.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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