Boeing rutscht tief ins Minus

Flugzeugbauer meldet ersten Jahresverlust seit über 20 Jahren

737 Max: Jet reißt Milliardenloch in die Boeing-Bilanz. (Foto: Jan Gruber)

Boeing schließt das vergangene Jahr mit einem dicken Verlust ab. Mit minus 626 Millionen Dollar ist das Minus so groß wie seit 1997 nicht mehr, teilte der Flugzeugbauer am Mittwoch mit. Verglichen mit dem Vorjahr brach der Gewinn des Airbus-Rivalen nach 10,5 Milliarden Euro 2018 um über 95 Prozent ein. Der Umsatz ging ebenfalls deutlich zurück – um 24 Prozent auf 76,6 Milliarden Dollar.

Grund für das desolate Zahlenwerk: das seit fast neun Monaten andauernde Grounding des Unglücksfliegers 737 Max. Nach zwei Abstürzen mit fast 350 Toten entzogen Luftsicherheitsbehörden weltweit der Modellreihe die Zulassung. Heißt: Viele Maschinen sind produziert, dürfen aber nicht an die Airlines ausgeliefert werden. Boeing taxiert das Minus der Krise auf 18 Milliarden Dollar.

Und auch bei den Neubestellungen für das Brot-und-Butter-Flugzeug von Boeing sieht es mau aus. Seit April zählt der Konzern für den Flugzeugtyp 737 (inklusive Max und NG) lediglich 38 Aufträge. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ein Minus von fast 92 Prozent. Das hat Auswirkungen auf die Verschuldung von Boeing. Die Netto-Finanzschulden – also die langfristigen Verbindlichkeiten abzüglich der verfügbaren Barmittel – explodierten im vergangenen Jahr von 6,2 Milliarden auf 17,8 Milliarden Dollar.

Dahinter steckt vor allem der eingebrochene Cashflow. Konnte Boeing bislang immer einen hohen Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft verbuchen, liegt dieser 2019 bei minus 2,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr glänzte der Konzern noch mit einem Plus von 15,3 Milliarden Dollar. Der sogenannte "freie Cashflow", bei dem die Sachinvestitionen abgezogen werden, rutschte binnen Jahresfrist gar von 13,6 Milliarden auf minus 4,3 Milliarden Dollar ab.

Autor: Carlo Sporkmann
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Carlo Sporkmann ist seit April 2019 als Autor für AviationNetOnline tätig. Der studierte Journalist berichtet für AviationNetOnline über den deutschen Luftverkehrsmarkt.

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